Geschichte(n)

Das Heimatlied

Rechts vom Neckar auf der Höhe
steht ein Dorf im Sonnenschein.
Zwischen rauher Alb und Schwarzwald;
dort, ja dort, sind wir daheim.

Frommenhausen heißt das Dörflein,
wo einst unsre Wiege stand.
Wo vom schönen Vituskirchlein,
klingen Glocken übers Land.

Detail aus der Deckenbemalung der Vituskirche

Ein Bienenkorb ziert unser Wappen,
sieben Bienen fliegen rum im Kreis;
Künden von vergangnen Tagen,
künden uns vom Bienenfleiß.

Obst- an Obstbaum stehn im Kreise,
um die Ortschaft rings umher,
Die der Mai auf seine Weise
wandelt in ein Blütenmeer.

Auf den Feldern auf den Auen
sät der Bauer mit Bedacht.
Ist's nicht herrlich anzuschauen,
ein Rapsfeld in der Blütenpracht.

Wo die Alb den Blick begrenzet,
Roß- und Raichberg grüßen stumm.
Wo der Hohenzollern glänzet,
golden in der Abendsonn'.

Der Kapffels mit der kleinen Höhe Der Kapffels - historische Aufnahme

Wo der Kapffels uns begrüßet,
wo die Küchenschellen blüh'n,
Wo im Tal die Starzel fließet,
plätschert leis zum Neckar hin.

Die Burgmühle an der Starzel, zwischen Wachendorf und Frommenhausen, Foto aus dem Archiv von Caroline Wütz

Ihre Wasser trieben einstmals
an der Burgmühl 's Mühlenrad.
Auch die Bogenbrücke damals
noch davor gestanden hat.

Zankwald

Und der Zankwald in der Nähe
ladet zum spazieren geh'n.
Auch ein Rehlein kannst du sehen;
Heimat, wie bist du so schön!

Tag und Nacht läuft unser Brünnlein,
an der Friedhofsmauer still.
Dort wird unser letzter Platz sein,
dort, nur dort, wenn Gott es will.

 

Ernst Wütz, der Dichter des Heimatliedes von Frommenhausen

Text: Ernst Wütz (*4.11.1915, †11.7.1997)
Melodie: »Wer das Scheiden hat erfunden...«