Mindestens vier Rutengänger* sind seit Jahrzehnten regelmäßig in Frommenhausen gewesen, um Wasseradern oder Störzonen aufzuspüren. Die Geologie des Ortes bringt einige unterirdische Wasserführungen mit sich, die sich, bei schlecht gewählten Schlafplätzen auf die Gesundheit der Bewohner ausgewirkt haben sollen. Die Oberamtsbeschreibung von 1900 erwähnt 8 Gemeindebrunnen und 17 Privatbrunnen, ein Hinweis auf reiche Wasserführung im Dorf.
Mindestens die Hälfte aller Haushalte hatte schon Besuch eines Rutengängers, der geopathogene Störzonen auf den Grundstücken untersuchte.
Einer der Rutengänger war schon als junger Bub durch seinen Großvater zum Wassersuchen gekommen. Sein Urgroßvater hatte 1932 bei Heidelberg einen Brunnen der leerlief. Der alte Baumwart, der »Seitzen Fritz«, schnitt daraufhin aus einem Fliederbusch eine Astgabel heraus. Mit diesem Ast »mutete« er, dass das Wasser zwar noch da war, aber (durch Kanalarbeiten) 1 m abgesenkt war. Dieser Vorgang hat den Jungen so fasziniert, dass er es auch probieren wollte. Mit einer Birkengabel machte er den ersten Test - und fand Wasser. Seine Begabung ruhte einige Jahre. Erst als er aus der Kriegsgefangenschaft kam, konnte er wieder helfen. 1946 bis 48 waren sehr trockene Jahre, das Vieh konnte nicht mehr getränkt werden. Er fand wieder Wasser und half beim Brunnenbau. Zur gleichen Zeit stand er seinem Freund Karl bei, der für seine Gemüsepflanzen an einem Südhang viel Wasser brauchte. Bei 1,20 m wurde Wasser gefunden. Der gegrabene Brunnen füllte sich innerhalb weniger Tage.
Nun wollte der Rutengänger es von Grund auf angehen. Er schrieb Dr. Hartmann, einem bekannten Feldarzt und Radiästheten, eine Postkarte und meldete sich für November 1952 zu einem Lehrgang für Wassersuche an. In den 30-er Jahren, in denen er beim Straßenbauamt Reutlingen tätig war, konnte er, unter anderem beim Autobahnbau immer wieder seine Fähigkeiten einsetzen. 1973, beim Bau der Schwalldorfer Straße, kam er zum ersten Mal nach Frommenhausen.
Frommenhausen sitzt auf Muschelkalk, Hohlräumen und Erdspalten. Besonders im Neubaugebiet wären früher viele Bäume mit verdrehtem Wuchs (Bäume wachsen von den Wasseradern weg) zu sehen gewesen. Das kann, so der Rutengänger, negative Auswirkungen haben, falls der Schlafplatz falsch gewählt ist.
Sein erster Klient war ein Junge, der schwer erkrankt war. Nachdem der Schlafplatz verändert wurde, ging es dem Buben bald besser und er gesundete vollständig. Noch bis ins neue Jahrtausend konnte der Rutengänger vielen Menschen in Frommenhausen mit Schlafplatzuntersuchungen helfen. Nach seiner Erinnerung kommt er auf gut 40 Plätze im Ort, die er in Augenschein genommen hat.
*(Die Radiästhesie untersucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten elektromagnetische Felder, Gitternetze unbekannter Art der Erde (z.B. Hartmann-Netz, Curry-Netz), radiästhetisch relevante Lagerstätten und geologische Verwerfungszonen mit erhöhter ionisierender Strahlung sowie Wasseradern.)
Info:
Die Gemeinde Waldbronn bei Karlsruhe hat für Interessenten der Radiästhesie einen Rutenlehrpfad im dortigen Kurpark eingerichtet. Mit Hilfe der Rutengänger wurde u.a. auch die Quelle entdeckt, die den großen See im Kurpark speist. Der Lehrpfad des Ortes mit Heilquellenkurbetrieb ist über den unteren Parkplatz im Kurpark erreichbar und führt über 12 Stationen.
Je mehr man lernt und entdeckt,
umso freier fühlt man sich;
je mehr man weiss,
umso toleranter wird man.
(Blanche Merz in »Die Seele des Ortes«)
Ein Beitrag der Geomantin Monika Veith, Reinsburgstraße 142, 70197 Stuttgart:
»Frommenhausen ist ein Ort, der gefunden und entdeckt werden will. Er stellt sich nicht dar, buhlt nicht nach Aufmerksamkeit, sondern liegt bescheiden und fast unscheinbar eingebettet in die Natur da, zufrieden, idyllisch, ein Kleinod.
Von Hirrlingen kommend fährt man zwar sichtbar auf Frommenhausen zu, wird dann aber fast automatisch daran vorbeigeleitet. Auch von Rottenburg aus ist Frommenhausen nicht einfach zu finden. So hat das Dorf »seine Ruhe« und kann sich ganz ungestört sich selbst widmen.
Bäuerliches Leben ist in Frommenhausen tief verwurzelt, prägt das Ortsbild und die Umgebung. Der Charakter des Dorfes zeugt noch heute von einer starken Verbindung der Menschen mit der Natur, mit den natürlichen Rhythmen des Tages und der Jahreszeiten. Eine Qualität Frommenhausens ist es, diese Verbindung zu bewahren und zu nähren, den eigenen Ort mit seiner Schönheit und Lieblichkeit zu schätzen und gedeihen zu lassen. Diese Ortsqualität fördert die stille Zufriedenheit, das Einverstandensein mit dem, was man hat und wo man ist, mit dem eigenen Leben.
Gleichzeitig wird Frommenhausen stark von Wasseräther geprägt. Dadurch strömt hier eine sehr anregende, kreative, erheiternde, fröhliche, bewegliche Energie. Der Mensch wird auf der Gefühlsebene angesprochen, Harmonie, Wohlgefühl und auch kindliche Freude spielen eine große Rolle.
Von Süden her wird Frommenhausen mit einer wunderbar leichten, belebenden und fröhlichen Energie gespeist. Durch den tiefen Taleinschnitt und die Straßenführung wird allerdings ein Teil dieser Energie in Richtung Westen zum Tal hin abgelenkt und umgeleitet. Daher wäre eine bewusste Öffnung des Ortes in Richtung Süden durch Gärten, Sitzbänke, einladend gestaltete Plätze und angenehm begehbare Wege sehr förderlich.
Ein besonderes Phänomen für Frommenhausen ist die lebendige Verbundenheit mit dem Starzeltal. Von diesem Tal wird das Dorf mit einer ungeheuren Vitalkraft versorgt. Das Starzeltal ist ein Ort starker Naturkräfte, eine Art „Paradies“. Hier findet man ein gewaltiges Potenzial an nährender Urkraft, Heilkräften und kreativer Lebensenergie. Teil dieses Potenzials sind auch übergeordnete geistige Gesetzmäßigkeiten des Lebens, die in uns eingeprägt sind und lange vor den künstlichen gesellschaftlichen und religiösen Gesetzen des Menschen ihre Gültigkeit bekamen.
Während der Ausdruck dieser Vitalkraft im unteren Bereich Frommenhausens noch Ausdruck findet, flacht er nach oben hin ab. Dem Ortszentrum fehlt der Anschluss an seine Quelle. So gilt es speziell für das obere Dorf und die Ortsmitte, eine Verbindung zu schaffen, einen Raum zu öffnen, damit der lebendige Strom der Vitalkraft den Ort und seine Bewohner spürbar nähren und beleben kann. Dies könnte bespielsweise durch die energetische Gestaltung eines Dorfplatzes geschehen. Dieser Platz sollte sowohl die Menschen dazu einladen, sich hier zu treffen, sich auszuruhen und miteinander ins Gespräch zu kommen als auch gemeinsam zu arbeiten und zu feiern. Die symbolische Darstellung der besonderen Qualität Frommenhausens durch einen Brunnen, ein Bild oder eine Plastik an dieser Stelle stärkt zusätzlich die Verbundenheit der Bewohner mit der Identität ihres Wohnorts.
Frommenhausen ist zwar ein stiller Ort, aber kein Ort des Stillstands. Der Qualität des Ortes entspricht es, sich ständig zu erneuern, mit Ideen zu spielen, beweglich zu bleiben, das Leben zu genießen. Hier bleibt man jung, erstarrt nicht in althergebrachten überholten Konventionen, sondern begegnet dem Leben immer wieder neu, mit offener Freude, mit spielerischer Neugier, mit Gemeinschaftssinn, und man gestaltet sich seine Träume.«
*(Geomantie ist eine Erfahrungswissenschaft, die sich auf verschiedenste Weise mit den energetischen Einflüssen der Natur auf den Menschen befasst. Sie ist dazu geeignet, sowohl die Qualität von Orten und Plätzen zu untersuchen als auch harmonische Lebensräume in Einklang mit der Ortskraft zu gestalten.)