1999 war unser Steinbruch (Schotterwerke Heinz) Gegenstand einer Exkursion, deren Ergebnis in eine Veröffentlichung sowie in die Ausstellung des Muschelkalkmuseums in Ingelfingen (www.muschelkalkmuseum.de) einfloß.
Prof. Dr. Thomas Aigner, Institut und Museum für Geologie und Paläontologie Universität Tübingen, und A. Etzold untersuchten die Anthrakonitbank (Placunopsis Riff im Oberen Lettenkeuper, wo diese Riffe zum letzten Mal auftraten).
Die Publikation ist veröffentlicht im Heft 81 (1999) der Jahresberichte und Mitteilungen des Oberheinischen Geologischen Vereins (erhältlich bei der Schweizerbart'schen Verlagsbuchhandlung Stuttgart):
»AIGNER T. & ETZOLD A. (1999): Stratigraphie und Fazies der Trias in der Umgebung von Tübingen anhand von Tagesaufschlüssen und Bohrungen. - Jber. Mitt. oberrh. geol. Ver., N.F., 81: p. 47-67«
In der Kreisbeschreibung heißt es zur Geologie:
»Den Gesteinsuntergrund der Talsohle bilden junge Flußanschwemmungen. Am steilen Hang streichen die Gesteinshorizonte des Muschelkalks aus. Unmittelbar über dem Talgrund sind es die höheren Lagen des aus tonig-mergeligem Material, normalerweise durch Gehängeschutt verhüllt werden. Darüber folgen mit circa 85 m Mächtigkeit die Schichten des Oberen Muschelkalks (Hauptmuschelkalk), d.h. zunächst der dickbankige, blaugraue Trochitenkalk, darüber die dünngebankten, sonst ähnlichen Nodosusplatten und als Abschluß der graue bis gelbgraue, grobgebankte und besonders klüftige Trigonodusdolomit. Der Hauptmuschelkalk bietet ein nutzbares, besonders für Straßenschotter geeignetes Gesteinsmaterial, das in einem großen Steinbruch abgebaut wird.
Gleich hinter der oberen Kante des Talgehänges setzt der etwa 20 m mächtige Lettenkeuper oder Untere Keuper auf. Er bedeckt mit seinen wohlgeschichteten, z.T. dunklen Tonmergeln, denen helle Dolomitlagen eingefügt sind, die ganze Hochfläche. Dies hat insofern große Bedeutung, als dadurch die Niederschlags- und Schmelzwasser im Bodenreich gehalten werden, anstatt rasch im klüftigen Untergrund des Muschelkalks zu verschwinden. Östlich des Dorfes blieben über dem Lettenkeuper noch kleine Reste des Gipskeupers erhalten, die aber, ebenso wie die übrigen höheren Teile der Hochfläche, von einer verlehmten Lößdecke überlagert sind. In den Fluren Greut und Laub finden sich Spuren alter Flußgerölle (Kalk- und Sandstein). Reichliches Grundwasser dürfte sich außer auf der Talsohle des Starzeltals an der Basis des Hauptmuschelkalks finden, während der Lettenkeuper nur kleine Wassermengen führt.«
Der Steinbruch ist beim Regierungspräsidium Freiburg unter »Geotouristische Objekte« aufgeführt:
Der Steinbruch Frommenhausen der Fa. Heinz am Südhang des Starzeltals erschließt Kalkgesteine der Oberen Hauptmuschelkalk-Formation (mo2, Trigonodusdolomit) und, ganz oben, den mittleren Teil des Unterkeuper (ku bis zum Linguladolomit). Literatur: GK 25: 7519 Rottenburg am Neckar.