Am Freitag, 13. Juni 2008 wurde das Heimatbuch der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das Ortsgeschichtsbuch enthält interessante Beiträge über die Geschichte von Frommenhausen bis in die heutige Zeit, ist reich bebildert und sicherlich eine bleibende Investition für alle Bürgerinnen und Bürger.
Außerdem eignet es sich auch besonders als Geschenk für vielerlei Anlässe.
Das Heimatbuch kann auf der Verwaltungsstelle Frommenhausen zum Preis von 24,90 EURO erworben werden.
Unterhaltend sind die Bilder und Geschichten zu den historischen Ortsnecknamen von Dr. Wolfgang Wulz und Anton Wagner. Einfühlsam und unverblümt beschreiben sie das Menschlich-Allzumenschliche und treffen damit genau die Eigenheiten von Land und Leuten.
Hier ein Auszug aus dem Buch »Schwäbische Ortsnecknamen, Band 4, rund um Rottenburg am Neckar: »Von Leuten, die Gänse küssen, von Goa träumen, den Vollmond angeln und viele andere unglaubliche Geschichten.«:
Die Frommenhausener Loahner
... und wer sich eine Zeitlang näher mit dem Örtlein, seinen Bewohnern und seiner Geschichte beschäftigt hat, dem fließt die Bewertung »klein, aber fein« umso leichter aus der Feder. Denn in der Tat ist nicht nur der Flecken warm an den nach Süden geneigten Hang hingebaut - so die amtliche Notiz von 1899 -, auch ein Großteil seiner Einwohner scheint schon von jeher auf der Sonnenseite des Lebens gestanden zu haben ...
... Aus diesen einleuchtenden Gründen mußten die Frommenhauser eben nicht so gnadenlos »wule« oder »nule« wie der Großteil ihrer schwäbischen Landsleute dies tat. Sie machten ab und an auch etwas früher Feierabend, heiligten peinlich genau selbst die kirchlichen Festtage, die schon fast vergessen waren, und lehnten sich nach getaner Arbeit gemütlich an die Hauswand, das Pfeifchen in der Hand und mit den Nachbarn ein ausgedehntes Schwätzle haltend. Dieses idyllische Bild süßen Nichtstuns mußte wohl schon seit Urzeiten den ärmeren Nachbarn aufgefallen sein, und so neckten sie die Frommenhauser bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit als »Loahner« ...
... Wer ein waschechter »Loahner« sein wollte, der mußte natürlich auch des öfteren im Wirtshaus »omanander loahne« ... Lesen Sie weiter im Buch von Wolfgang Wulz.
Schwäbische Ortsnecknamen, Bd.4:
Von Leuten, die Gänse küssen, von Goa träumen, den Vollmond angeln.
Textauszug aus »DIE ZEIT«, 40/2003
»Bechern in Lalling:
Geografie ist gut gegen den Durst. Dies beweist ein Deutschland-Trip
Von Urs Willmann
Nicht mal in Essen war ich. Nicht in Speck, nicht in Knoblauch. Weder in Sülze noch Käsberg. Aber immerhin mal auf einer Tagung in Würzburg. Meine kulinarischen Geografiekenntnisse sind also sehr dürftig. Da gibt es Orte in Deutschland, die Dill, Gries oder Brotdorf heißen. Ich aber kenne sie nicht. Dabei gehört ein Gourmet da doch hin. Waren Sie schon in Schlingen? In Großkuchen oder Möhren, in Kirschkau, Schmalzgrube oder Pfeffermühle? Warum nicht den Urlaub mal in Frassdorf verbringen? Zelten in Schmatzfeld, Radeln in Wassersuppe? ...
... Der Münchner Publizist Michael Miersch hat viele solcher Orte zusammengetragen, nach Themen geordnet, auf bunte Postkarten gedruckt. Jede ist ein eigener Deutschlandführer ...
Die Landesgrenzen muss er auch nicht queren, um nach Wüsten und Eisbergen zu gelangen. Genauso liegen Türkendorf, Türkenfeld, Türkheim und Mauren um die Ecke. Auch die Mohrenmühle ist deutsch. Und Gott sei Dank auch Paradies. Sogar ein nationaler Pilgertrip lässt sich nun endlich herrlich planen, von Himmelreich nach Himmelpforten, von Pfaffendorf nach Frommenhausen, von Nonnenhorn nach Engelbach. Und wenn es langweilig wird: ab nach Heiden und Höllen ...
Zum Glück ist Deutschland vielfältig. Denkt man an Deutschland in der Nacht, kann einem ziemlich viel einfallen ...«
Hier können die Postkarten "Grüße aus der Provinz" von Michael Miersch bestellt werden.