Traditionen

»Palmen«

Am Samstag vor Ostern werden in Frommenhausen »Palmen« gebastelt. Am Palmsonntag werden die Palmzweige in der Kirche geweiht und sollen, so die Legende, am Haus aufgestellt, vor Blitzeinschlag schützen.

Zum Hintergrund der Palmzweige berichtete der damalige Pfarrer Dr. Wolfgang Gramer im Amtsblatt: »Jesus zog unter Jubel des Volkes in Jerusalem ein. Das Volk gab seiner Freude mit Palmzweigen Ausdruck«.

Barbara Zug mit Palmen

In unserer Klimazone jedoch gehören Palmen und Ölbäume nicht zur natürlichen Vegetation. Sie werden deshalb je nach Landschaft durch Palmkätzchen, grünen Buchs, Immergrün usw. ersetzt. Viele Bestandteile der Palmzweige haben einen symbolischen Charakter, es steckt ein tieferer Sinn dahinter.

Palmkätzchen:
Sie sind ein Zeichen für den aufbrechenden Frühling und im katholischen Glauben auch Zeichen für Jesus Christus, durch dessen Aufersthung eine neue Zeit angebrochen ist.

Buchs:
Weist auf das Bleibende hin, das uns in Gott durch Jesus Christus gegeben ist.

Immergrüne Pflanzen:
Ihre Nadeln oder Blätter überstehen die Winterstarre. Der Winter ist Symbol für den Tod, diese Pflanzen sind somit Symbol der Unsterblichkeit.

Thuja:
Dieser Busch heißt auch Lebensbaum. Er kann sehr alt werden. Symbol für das ewige Leben.

Am Palmsonntag gibt es noch einen anderen Brauch. Derjenige, der in einer Familie zuerst aufsteht, ist der Rauschmecker, der Langschläfer hingegen, der als letztes zum Frühstück kommt, ist der Palmesel. Niemand möchte Rauschmecker oder Palmesel sein, deshalb versucht jedes Familienmitglied den richtigen Zeitpunkt zum Aufstehen zu erwischen.

Im Nachbarort Hirrlingen zieren noch das Ei (Symbol für das Leben), der Wacholder (seine Früchte schmecken bitter, Symbol des Leidens), Stechpalmen (sie erinnern an die Dornenkrone) und ein Ring (Symbol der Unendlichkeit) die Palmzweige.