Verein und Ehrenamt
Zum Beispiel:
Schutzengel Freudenstadt
Das Pilotprojekt Schutzengel-Freudenstadt.de wurde wissenschaftlich untersucht
- Aktion hat sich bewährt und wird fortgesetzt -
Am 15.02.2008 fiel in Dornstetten der Startschuss für die Aktion »Schutzengel-Freudenstadt.de«, deren Ziel es war, die Anzahl der Unfälle bei jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, die sogenannten »Jungen Fahrer«, zu senken und die Unfallfolgen zu minimieren. Außerdem sollen die Gewaltdelikte im Landkreis Freudenstadt in dieser Altersgruppe gesenkt werden. Mit dem Präventionskonzept »Schutzengel-Freudenstadt.de« wurde ein neuer Weg der Präventionsarbeit in Baden-Württemberg beschritten, nach rund 2 ½-jähriger Dauer wurde durch Polizeihauptmeister Jens-Bastian Weber, derzeit Student der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen, das Projekt nach wissenschaftlichen Grundsätzen untersucht.
»Die Diplomarbeit war eine große Herausforderung«, so der Polizeistudent, denn neben der inhaltlichen Bearbeitung, von der Klärung der Anrede an die Schutzengel über die Fragestellungen selbst zum Projekt, bis hin zur praktischen Umsetzung und Auswertung war eine Mammutarbeit, für die neben dem Studium nur rund 10 Wochen zur Verfügung standen.
Sämtliche Schutzengel, also mehr als 800 junge Frauen und Männer, wurden zur Beantwortung eines 31 Punkte umfassenden Fragekatalogs aufgefordert. Rund 21 % der Schutzengel beantworteten die Umfrage. Knapp 87 Prozent aller Schutzengel sind zwischen 16 und 21 Jahre alt. Die Mehrzahl der Schutzengel (40 Prozent) machen eine Schulausbildung, 20 Prozent eine Lehre, 14,5 % studieren, 10 % gehen einem Beruf nach. Gefragt wurde auch, ob die Schutzengel im Besitz einer Fahrerlaubnis sind. 46,1 Prozent der Schutzengel haben mit 18 Jahren den Führerschein erworben. Aber bereits 33,12 % praktizieren das »Begleitete Fahren mit 17 Jahren«, womit die gesetzliche Neuregelung als Erfolg zu werten ist.
Fast 2/3 der Befragten (65,79 %) gaben an, als Schutzengel eingeschritten zu sein und werteten das Einschreiten als Erfolg. Als Gründe für das Einschreiten waren Mehrfachnennungen möglich. Hauptgründe für das Einschreiten waren das Fahren unter Alkoholeinwirkung (74 Nennungen), übermäßiger Alkoholgenuss (64 Nennungen), schnelles Fahren (63 Nennungen), Mobbing (37 Nennungen), Beleidigungen (35 Nennungen), Übermüdung beim Fahren (20 Nennungen) sowie Körperverletzung (18 Nennungen). Die Aufzählung zeigt, dass einige Schutzengel schon mehrfach aktiv wurden.
»Mit diesem klaren Ergebnis habe ich nicht gerechnet«, so der Organisator der Aktion »Schutzengel-Freudenstadt.de«, Polizeioberrat Martin Zerrinius, von der Polizeidirektion Freudenstadt. »Betrachtet man die Delikte weshalb die Schutzengel eingeschritten sind, zeigt dies, dass viel Leid und Trauer vermieden werden konnte«.
Ein klares Bekenntnis für die Aktion gaben 92 % der Mitwirkenden ab, sie sind der Meinung, wie übrigens auch 100 Prozent der befragten Kooperationspartner, dass die Aktion »Schutzengel-Freudenstadt.de« fortgesetzt werden soll.
Parallel dazu wurde auch die Wirkung anhand der polizeilichen Statistiken analysiert. So ging die Unfallbelastung von Jungen Erwachsenen (18 – 24 Jahre) von 2007 auf 2009 um 1,9 Prozent zurück, während sie in den Vergleichslandkreisen Alb-Donau-Kreis um 7,11 % und im Kreis Sigmaringen um 3,76 % zunahm. Noch besser ist die Unfallbelastung bei der Verursachung durch Junge Erwachsene. Im Landkreis Freudenstadt ging sie um 3,05 % zurück, während sie im Alb-Donau-Kreis um 3,46 % und im Kreis Sigmaringen um 0,85 % stieg. Ein deutliches Minus ist auch im Bereich der Gewalttaten festzustellen. Körperverletzungen gingen von 120 im Jahr 2007 auf 89 im Jahr 2009 (- 25,83%) zurück. Beleidigungen gingen in dieser Altersgruppe um 32,65 % und Bedrohungen um 52,38 %, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte von 15 auf 3 (- 80 %) zurück.
Die meisten Schutzengel (170) wohnen in der Großen Kreisstadt Horb, gefolgt von Freudenstadt mit 123 und 72 in Baiersbronn, 59 in Loßburg, 57 in Pfalzgrafenweiler, 43 in Waldachtal und 42 in Alpirsbach. Etwa 15 % der jungen Frauen eines Jahrgangs zwischen dem 16. und 24. Lebensjahr engagieren sich als Schutzengel. Nur in Wörnersberg gibt es bisher keine Schutzengel. Für das Engagement erhalten die Schutzengel einen Ausweis und eine Urkunde. Mit dem Ausweis erhalten sie Vergünstigungen bei engagierten Geschäften. In den nächsten Tagen erhalten alle weiblichen Einwohner des Jahrgangs 1995 im Landkreis Schutzengelpost. Firmen und Unternehmen, die die Aktion unterstützen wollen können sich mit dem Geschäftsführer des Arbeitskreises Verkehrssicherheit, Martin Zerrinius bei der Polizeidirektion Freudenstadt, Schutzengel-Freudenstadt.de, Tel. 07441 /536-0, in Verbindung setzen.
Ähnliche Aktionen: jungbewegt.de
Info: Zivilcourage köönnen Alle! Ein Trainingshandbuch für Jugendliche und Erwachsene
Zum Beispiel:
Deutsch-russische Workcamps für Jugendliche und Unterstützung des Kinderheims in Malachowa
Die gemeinnützige gut.org gAG betreibt die Internetplattform betterplace.org.
Diese ermöglicht es weltweit jedem Menschen für ein Hilfsprojekt Unterstützung zu finden – oder selbst ein Hilfsprojekt auszuwählen, das er unterstützen möchte.
Der nebenstehende Link führt zu einer Initiative der Familie Betz (Förderverein Kinderheim Malachowa e.V.), die entstanden ist, um ein Kinderheim in Russland zu unterstützen.
Inzwischen sind zwei Häuser gebaut und der Verein setzt sich nun schwerpunktmäßig für die deutsch-russische Freundschaft unter Jugendlichen ein. Mehr darüber lesen Sie hier: www.malachowa.com
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