Historische Haussegen

"Gott schenke allen, die wir kennen, noch viel mehr als sie uns gönnen."

 

 

Historische Hausinschriften und Haussegen"Beispiel tun oft mehr als viele Wort und Lehr."

Viele Haus-Inschriften geben nur die Namen der Erbauer an oder bestehen in einem frommen Spruch oder einer Mahnung. Manche Sprüche enthalten eine jedenfalls nicht unwirksam gedachte Bitte um Schutz gegen Feuer, Wasser, gegen Feinde und den Neid der Mitmenschen, sodass sie als eine Art Abwehr- und Schutzzauber zu betrachten sind.
Die Inschriften sind im Süden seltener als im Norden, ausgesprochen "abergläubische" sind kaum vorhanden (aus: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, Band 3, S.1555 de Gruyter, 1987).
Die Texte werden laufend ergänzt.
Kennen Sie noch andere Inschriften an Hausfassaden (auch aktuelle)?
Dann mailen Sie bitte den Text in Originalschreibweise unter Angabe der Jahreszahl und des Ortes. Vielen Dank.

 

Die Hausinschriften

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Das Haus mit der Inschrift Ach Gott behüte durch deine Hand... steht im Ortsteil Burkersdorf der Stadt Triptis, Foto: Dr. Lutz SchultheißA
Ach Gott behüte durch deine Hand das Haus vor Feuer, Wasser oder Brand und lasse es so lange stehn, bis es von selbst wird niedergehen, zu Preise seiner Majestät, die über Himmel und Erde geht. Anno 1785.
(Triptis-Burkersdorf)

Ach Gott von diesem Hause
doch alles Böse wende,
dagegen segne du
die Arbeit meiner Hände.
Durch Fleiß und Gottesfurcht
komme Segen hierher ein,
weil Arbeit und Gebet
muß beieinander sein.

Ach Gott, wie übel ist’ so übel
eingerichtet auf dieser Welt,
daß ich muß bauen und
hab so wenig gelt:
ich han nicht gebauet
aus Hoffart und Uebermuth,
ich han müssen bauen,
weil mir ist verbrannt mein
altes Haus 1806 und
wieder eins gebaut 1807.
(Birkendorf im Schwarzwald)

Ach Herr, bewahre dieses Haus
mit allem, was gehet ein und aus.
Laß uns in Ruh und Frieden leben
und dir dafür die Ehre geben.

Ach segne mich, mein Gott
und alles, was ich habe.
Denn alles dieses ist
ja deine gute Gabe.
Gesegnet sei die Frucht,
gesegnet sei das Vieh,
gesegnet Haus und Hof,
von dir so spät als früh.

Ach, was sind die Güter all hienieden,
Ohne wahren Herzensfrieden,
Hast du alle Schätze auch gefunden,
Aber diesen nicht empfunden,
Dann bist du arm bei deinem Golde
Daß jeder dich bedauern sollte.
(Kemerting bei Burghausen/Obb.)

Achtzehnhundert4zig und 4
Bin ich durch Brand verunglückt hier,
Gott und Maria rein
sollen uns Beschützer sein.
Doch nach viel Müh und Plag
kam ich wieder unter Dach.
Was dabei ich litt,
kann nichts sagen,
selbst nur klagen,
(Vilsburg/Ndb.)

A Lieb, die recht stark is,
die plaudert net gern,
wies Wasser, des tief is,
nit rauschen wirst hörn
(Südtirol)

All Dingk wert vergahn,
Gotts Wort blist ewig stahn.
(Hamburg, 1647)

Allen, die mich kennen, gebe
Gott was sie mir gönnen. Allen
zu gefallen kann möglich nicht sein
Es sein viel zuviele Köpf und viel
zuwenig Verstend darein.
(Kirchdorf am Inn)

Allen zu gefallen ist unmöglich
Liebe Gott, auch den Negsten dein
Wirst hier und dorth gleich sellig seyn.
Was du nit wilst
Thue ein anderen nit.
(Wallgau/Obb., 1765)

Allen zu Gefallen lann ich nit mallen.

Aller Menschen Sinn und Mut
Geht auf Ehre, Gold und Gut;
Und wenn sie´s haben und erwerben,
Legen sie sich hin und sterben.

Allhier da wohnt ein froher Mann,
Der Herrendienst entraten kann.
(Altomünster/Obb.)

Allzeit Frieden im Haus
Jagt viel Sorgen hinaus,
Läßt viel Freude ein;
Mög Gott stets bei uns sein.

Als die zal nach Christi geürt war,
Fünfzehn hündert siebendzigk 5 Jar,
Und das malter korn 6 gulden galt,
Das Füder weins umb 60 würd bezalt,
Liess mich Melchior Maroloff baw auf
und bestellet zwen werckmeister drauf,
Hans hofman steinmeczen und alsdan
Michael sawer den zimmerman,
Gott sey mei schücz bey tag und nacht,
On in hilfft weder hüt noch wacht.
(Wertheim/Ba-Wü., 1573)
an der Kilianskapelle


Als Du einst das Licht der Welt begrüßt,
Da weintest Du, es freuten
sich die Deinen,
Lebe so, wenn einstens
Deine Auge sich schließt,
Du Dich freutest, die Deinen
aber weinen.
(Freilassing/Obb.)
Baumbauer


Als Ja und Nein im Brauche ging,
stands mit der Welt nicht so gering.

ALS MANN DISEN B(A)VW MAC(H)N
GALT EIN MALTER KOREN: 5 GVLTI
VND EIN FUDER WEIN 50 GVLTI
VNT DAS SAG ICH EVCH FVURWAR
DAS MAN(G)EL AM BROT WA(R).
(Wertheim/Ba-Wü., 1573)
an einem Fries über dem Erdgeschoß eines Hauses in der Maingasse


Alterthum bin ich geworfen nieder
Durch Gottes Macht und Menschen hülf
So steh ich hier wieder
(Herten, 1832)

An guter Lehr´ trägt keiner schwer.

Anfangen ist leicht, beharren ist Kunst.

Anno 1789 den 11 Ivnius
hat Diderich Hofman und
Anna Chatarina Wessels
haben dis wan Got das Haus
nicht bauen lithe wie David sagt
so bauet man umsonst
wie iener Vatter klact
im Nahmen Gottes sol
sodan der Bau geschehen
Got der huter sein
so wird das Haus steen
(Herten, 1789)

Anno 45, am ersten Mai,
Der deutsche Rückzug war fast vorbei,
Da hat sich eine Nachhut
sich hier eingenistet,
Acht feindliche Panzer,
gut ausgerüstet,
Haben sie unter Feuer genommen,
Da ist Thankirchen
schlecht weg gekommen.
Ein Häuflein Asche und etliche Mauern
Sind übrig geblieben
von der "Hütte" beim "Bauern".
Der "Zotz", der hier gegenüber stand,
ist ebenfalls ganz und gar niedergebrannt,
Ein Stadl, der Stall
und das ganze Haus,
Der "Wimbauer" brannte
vollständig aus.

Der Wirt hat gelöscht noch
- stund auch schon in Flammen -
Im ärgsten Beschuß
mit dem Ludwig zusammen.
Fünf Treffer hatte das Schneider Sach´,
Hat Scherben und Trümmer und
kaum noch ein Dach.

Die Kirche war viermal
getroffen schwer,
Das Pfarrhaus hat´s
halbe Dach nurmehr.
Und sonst noch Verwüstung
und Schutt allerorten.
Ist schwer zu beschreiben
mit kurzen Worten.
Zum Schluß schoß der "Ami"
mit schwerem Kaliber
Ins Dorf ein Stund" lang
und wohl noch darüber.
Verwundet ward niemand,
die Leut´ war´n im Stollen,
Haben wieder gebaut;
weils nicht untergehen wollen.
(Thankirchen/Obb. Nr. 35)
mit einem großen Fresko, das die Beschießung der Häuser darstellt


Ao. 1772 Curwinian Mayer diß Haus
gebaut u. sein hl. Namenspatron
nach Gott ihm genzlich anvertraut.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Seitenfront: im zweiten Stock
(auf der oberen Laube)
über der Tür


Arbeit macht den Lebenslauf noch einmal so munter,
frohergeht die Sonne auf,
froher geht sie unter.

Armut und Alter
Ist ein schwehrs Malter:
Diß Häußlein soll helffen tragen
Freie Wohnung nit versagen.
Joh. Greßel anno 1600
(Schweinfurt/Unterfranken)
am Kirchplatz


Auf Erden ist kein edler Haab,
denn daß man gut gewissen hab.

Auf Gott und Unßer Liebe Frau
Stötz ich Mein Hoffnung und Vertrau.
Gott behiedt dißes Haus und alle die
Gehen Ein und aus.
Gott behiedts von Feuer
und Wassers Nodt
Und auch von dem Gächen Todt.
Mein Destemendt Solt ßein
Beim End Jesus MariaUnd Josef.
(Salzburg, 1700)
Pfeifergasse, Adrian


Auf sauren Schweis und steten Fleis lest Gott gedeihen kommen:
er segnet doch das glab ich noch
er hilfet allen Frommen:
Ora & Labora, Anno 1733
(Wolfsburg-Fallersleben)

Foto: Helmut Achilles, Ostfalen/NiedersachsenB
Baue gut, ist's nicht für dich,
Freun auch andere später sich.

Beachte dich und das Deine,
Veracht nicht mich und das Meine,
Tätst dich und das Deine
recht beachten,
Würdst mich und das Meine
nicht verachten.
(Frankfurt)

Begehre nie ein Glück zu groß
und nie ein Weib zu schön,
Sonst könnt dir´s in seinem Zorn
der Himmel zugestehn.
(Cochem/Rheinland-Pfalz)
auf der Burg


Begehrst du Fried und gute Tag,
so sieh und hör, schweig und vertrag.

Behalt ein standhafft Hertz
und laß dem glück sein schertz.

Behut mich Gott vor Brand
und fulle mich mit voller Hand
(Herten, 1797)

Behüt´ deine arme Seel´,
´s gibt kein´ Tischler in der Höll,
aus Grund dessen nichts zum Sitzen;
als ein Stehender muß du schwitzen.
(Bei Graz/Steiermark)
an einer Tischlerwerkstatt


Bei kleinen Brünnlein
trinkt man auch sich satt.

Beispiel tun oft mehr
als viele Wort und Lehr.

Bescheiden Dach,
ein friedlich Sach,
hätt ichs größer gemacht,
hätts mir Sorgen gebracht.

Beschimpfe nicht mich
und die Meinigen
betrachte zuvor Dich
und die Deinigen

Besser neiden den beclagen,
wen es Gott thvt behagen*
voll Gluck ich baw, und Gott vertraw
der wirt mir geben was mich dient zum Leben
(Wolfsburg-Fallersleben)

Bet´ und arbeit´,
so hilft dir Gott allzeit.

Bewahr dies Haus und ganze Stadt,
o frommer Gott, in deiner Gnad.

Bewahr düt Hus met Vaterhand,
Bewahrt, o Häer, vör Sturm un Brand;
Giw uns en siälig Stiärwen,
Laot us den Himmel iärwen
(Gimbte und Albersloh)

Beware uns
O Got für Unglück U Brand
U segne uns mit voller Hand
(Herten, 1786)

Bienensegen, Lorsch, 10. Jahrhundert:
Kirst, die Imme ist herausen! Nun flieg her, mein Tier!
Im Frieden des Herrn, im Schutze Gottes komm gesund heim!
Sitze, sitze, Biene! Das gebot dir Sankta Maria.
Urlaub nicht hast du, zum Wald nicht flieg' du!
Du sollst mir nicht entrinnen noch entwischen!
Sitze recht stille! Wirke Gottes Wille.

Bienen holen für ihr Haus
Honig heim aus Blum und Blüth,
Und du trage hier heraus
Weise Lehr’ und gute Sitt’!
(ehemal. Schulhaus, Schwandorf)

»BILDERSCHMUCK»
Oben unter dem Auge Gottes:

Sündige niet, Gott sieht alles.
Unten rechts:
Gott segne dieses Haus.
Und die da gehen ein und aus!
Philipp und Maria Gstatter ano 1729.
Andre und Rosa Schneblinger 1892.
Links:
Hier steht mein Haus an diesem Ort
Doch muß ich ins Grabe fort
Ich hoffe nach diesem Leben
Wird mir Gott ein besseres geben.
(bei Ruhbolding/Obb.)
In der Weiche vor Laubau


Bin wiet tou sain in kieke wiet
wiet ouwer Lant un Lüe un Tiet
däi Welt, däi Wolken un däi Wint
all mine goden Fründe sind
Ick see, woo Mound un Sünne gait
doch ouwer mi dai Herrgott stäit
(Austings Mühle in Oldorf, 1950)

Bitt für uns o heiliger Nicosius
Und bewahr uns vor den schädlichen
Tieren, den Mäusen.
(Sand im Taufental/Südtirol)

Bleibe treu der Väter Art.
Gott segnet den, der sie bewahrt
(Dümmerlohhausen, 1952)

Bombeneinschlag brannt´ mich nieder.
Gott sei Dank! Nun steh ich wieder.
(Rietberg, 1941)

Bürgereintracht, Bürgertreue
Strahle hier als schönster Stern
Und ein jeder von uns weihe
Sich gemeinem Wohle gern.
Die Gemeinde ist nicht fest
Durch Mauer und Stein.
Durch Bürgertugend
Nur kann sie es sein!
(Rathaus, Bad Tölz)

Bringst du Segen ins Haus
Trägst du Segen hinaus.

Bringst du Sonnenschein
Komm herein.
Bringst du Sturm ins Haus,
Geh hinaus!

Foto: Helmut Achilles, Ostfalen/NiedersachsenC
Clemens Buck bin ik geheten.
Manchereen dat is en Buck
un will’t nich weeten.
(Beesten)

Christof, truge Christus
Christus truge die ganze Welt.
Sag, wo hat Christoforus
damals hin den fues gestelt?
(Bad/Tölz/Obb.)
Sporerhaus
unter einem Christophurusbild

Foto: Helmut Achilles, Ostfalen/NiedersachsenD
Das alte Haus war eng und klein,
drum sollt´ das neue größer sein.
Der Friede Gottes war im alten,
er möge auch im neuen walten.
(Rietberg, 1939)

Das Bauen ist ein schöner Trost,
habs nicht gewust das so fil kost,
gott behit uns vor allen bösen zeiten,
vor die Maurer und zimmer Leuthen.
(Mesnerhaus, Urschlau
bei Ruhpolting, 1682?)


Das Bauen ist des Menschen Lust,
das so viel kost haben wir nicht gewusst.
Oh Herr beschütze uns in nächster Zeit
vor Maurern und vor Zimmersleut
von Architekten gar nicht zu reden,
da ging auch so manches daneben.
Trotzdem ist das eigne Nest
immer noch das Allerbest!
(Haussegen aus Waldkraiburg von Familie Schuster)

Das Bauen ist meine größte Lust,
Daß soviel kost’ hab ich nicht gewußt.
Wers wissen will, der solls probieren,
Er wird es gleich am Gelde spürn.
(Oberneunkirchen bei Kraiburg/Obb.)

Das beste Wappen in der Welt
ist der Pflug im Ackerfeld.

Das Glück muß man regieren,
das Unglück überwinden.

Das größte Haus ist klein,
das kleinste Haus ist weit,
wenn dort regiert der Schein
und hier Zufriedenheit.
(Kassel)

Das Haus des Apothekers:

Ging es nach meinem Willen
Und nicht nach Rezeptur,
Statt Tropfen und statt Pillen
Verkauft´ ich Frieden nur:
Geheilet Menschen und Welten,
Mein Nutzen wär´ es auch,
Nur ist die Ware selten,
Reicht knapp zum Selbstverbrauch,
Und wär´s selbst anders drum bestellt,
Für Frieden hätt´wohl keiner Geld.
(Thomas Glahn)

Das Haus des Totengräbers:

Ich lebe Tag um Tag,
Hör´ täglich Weinen und Klag,
Schaufle fast täglich ein Grab -,
Ihr staunt, daß ich so leben mag:
Machts irgendeiner anders?
(Thomas Glahn)

Das Haus ist gemauert
von Menschenhand
Aus Holz, Stein, Kalk und Sand.
Wir bleiben darin in Gottes Gnad,
Bis er uns ruft ins kühle Grab.
(Ober-Warngau/Obb., 1853)

Das Haus zu einer Zeit entstand,
als Väterkunst beinah verschwand.
Wir haben besser uns bedacht
und einen Giebel draufgemacht.
Nun trägts zur Straße sein Gesicht
und stört das alte Stadtbild nicht.
(Rietberg, erneuert 1939)

Das Herz Jesu steht offen
Bey den aber kann man
alles gute hoffen
Wer liebt u. fürchtet Gott
Der wird glücklich sein hier u. dort.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Seitenfront:
unter einem Bild des hl. Herzen Jesu


Das irdische Heim, Gott, gib mir hier
die ewige Heimat einst bei Dir.
(Rüschendorf, 1951)

Das ist das Beste auf der Welt,
Daß Tod und Teufel nimmt kein Geld,
Sonst müßte mancher arme Gsell
Für einen Reichen in die Höll.
(Imst/Tirol)

Das ist eine schwere Reiß,
Wenn man den Weg nicht weiß,
Frage Jesu, Maria und Josef,
Diese drei heiligen Leut
Zeigen dier den Weg zur Ewigkeit.
(Elixhausen bei Salzburg)

Das ist furwar das beste leben,
allen Dingen eine maß geben.

Das ist gute Traurigkeit,
wenn man um Sünd trägt herzlich Leid.

Das Leben gleicht dem Kartenspiele:
Bewegt und unberechenbar,
Geleitet uns der Schicksals Wille
Durchs Leben oft ganz wunderbar.
Das Schicksal mischt und
teilt die Karten,
und Jedermann erhält sein Spiel,
auf seines Lebens Wanderfahrten
kommt jeder doch einmal ans Ziel

Der eine spielt sein Spiel verwegen,
der Andere spielt es mit Bedacht,
dem Einen eilt das Glück entgegen,
den Andern stürzt es über Nacht.
Der eine kann die Zeit erwarten
und spielt im rechten Augenblick,
der Andre prahlt mit seinen Karten
und zwingt doch niemals so das Glück.

Gar mancher glaubt, was er gewonnen,
das sei von ewigem Bestand
und morgen ist in nichts zerronnen,
was er noch heut als Glück empfand.
So schreiten wir ins Unbekannte,
der eine arm, der andre reich,
am End der große Abgesandte,
der macht uns alle wieder gleich.
(Salzburg, 1927)
Dreifaltigkeitsgasssse 2
mit Spielkartendarstelllungen
von K. Reisenbichler


Das größte Haus ist klein,
das kleinste Haus ist weit,
wenn dort regiert der Schein
und hier Zufriedenheit.
(aus Kassel)

Das Müllerleben
Hat Gott gegeben,
Das mallen bei der Nacht
Hat der Teufel aufgebracht.
(Hallwang/Salzburg)
Brüllsmühle


Das sind unsere Sitten!
Wo zween sind,
da zausen sie den dritten.

Das tägliche Brod, das uns erhält,
Gib uns, so lang es dir gefällt,
Gib aber auch ein Herz dabei,
Das dankbar und genügsam sey!
Vergib uns, Vatter! so wie wir
Um Deiner Huld uns zu erfreuen
Auch unseren Brüdern gern verzeihen.
(zw. Ruhpolding u. Eisenärzt/Obb.)
Gasagerhof, 1783


Das vorige Haus
hat mer 4 Jahr gestanden.
Da ist es verbrannt.
Nun hat mir Got
und gute Leute geholfen
das ich wieder an bauen bin komen.
Nun wer an Gott vertrauett
der hat wol gebaut.
Jenderich Berger und
Marie Katrine Schaepers
Das sind Eheleute als Her
von dies Haus gewesen.
Nun wollen wir Got bitten
das er uns und alle Menschen
bewaret vor Krieg und Brand
und allen und vielen Schaden.
(Herten, 1776)

Das Wasser ist zu jeder Zeit
die beste aller Gottesgaben,
mich aber lehrt Bescheidenheit:
Man muß nicht stets
vom Besten haben.
(Klausen/Südtirol)
an einem Haus, das unter Überschwemmungen besonders
zu leiden hatte


Das Wasser rinnt ins Meer zurück,
Doch kehrt zurück kein Augenblick!
(Stansertal/Tirol)
an einer Schmiede


Das Winkelmaß hat Kunst genug,
Wenn man es braucht an Ortes Fug,
Willst richtig bauen, so thut dir noth
Daß du oft sehest nach dem Loth.
Es wird kein Ding so schön gemacht,
Es kommt ein Spötter, der’s veracht.
Wärst du früher hergekommen.
Hätt ich Rat von dir genommen.
Drum gehe hin und schweige still,
es baut ein jeder wie er will.
(Traunstein, um 1900)

Daß dies Haus nicht niedersinkt,
Bis ein Aal das Meer austrinkt
Und ein Schneck mit seinem Gang
Hat die ganze Welt umfangt.
(Geldersheim/Unterfranken)
Kratzputz-Inschrift)


Daß man der Dornen acht´,
das haben die Rosen gemacht.

Dau du dat dien
Gott deit dat sien
(Wolfsburg-Fallersleben)

De groste Mühen, de me vindt,
is dat me Godt unde sik sulven kennt.
(Hildesheim, 1547)

Der Ausgang und der Eingang,
soll dir o gott befohlen sein.

Der Herr segne und behüte dich, der Herr leuchte sein Angesicht über dich, und sey dir gnädig,
der Herr erhebe sein Angesicht auf dich, und gebe dir seinen Frieden Amen.
Berend Friedrich von Bremen, Johanna Dorothea von Bremen geb. Söldner
Constructum est. Anno 1732
(Osterode am Harz)

Der Mensch braucht ein Plätzchen
und wärs noch so klein
Von dem er kann sagen,
sieh, hier das ist mein,
hier leb ich hier lieb ich, hier ruhe
ich aus, hier ist meine Heimat,
hier bin ich zu haus.
(Osterode am Harz)

Der Mensch lebt so dahin
und nimmt es nicht in acht,
daß jede Stunde ihm
sein Leben kürzer macht.

De Waerheit is to Hemmel ghetvegen,
De Trouwe is ower dat Meer gefloegen,
De Gerechticheit is
allenthalven verdreven,
De Ontrouwe is
in de Werldt gebleven.
Godt, min Heer,
wor seer geit Gelt voer Eer.
Ghewalt voer Recht
Dat klaege ick arme Knecht.
(Oldersum, 1580)

Dem Ärger nicht, der Freude nur
Steht offen dieses Hauses Flur.
Drum kehre hier willkommen ein,
Wer froh will und bescheiden sein.

Dem,
den Gott liebt,
er auch ein Herz zum Danken gibt.

Dem Frieden und der Liebe nach
Schätz ich den Gast in meinem Gemach.

Dem Guten sei mein Haus ein Hort
Wer Böses will der bleibe fort.
(Osterfeine, 1952)

Dem Menschen gibt die Häuslichkeit
Die Kraft zum Kampf in schwerer Zeit.

Demut in Freuden, Geduld in Leiden.

Den aus und ein gang dorg die Dür
Der mus bedenckken Für und Für
Das unser Heiland Iesum Ckrist
die rechte Tür zum Himmel ist
(Herten, 1810)

Denn nichts ist also schwer und scharff,
das nicht die arbeit underwarff.

Der Augenblick, in dem du lebst,
ist dein, drum nütz’ ihn aus
- und jage die Sorgen zum Herz,
zum Hause hinaus!
(München)
am Roseneck


Der Bauernstand
Der Bauer ist ein Ehrenmann,
Er bauet uns das Feld,
Und wer den Bauern spotten kann,
Das ist ein schlechter Held,
Im Schweiße seines Angesichts,
Schafft Er für alle Brod,
Wir hätten ohne Bauern nichts,
Wir Stätter litten Noth,
Und darum sei der Bauernstand,
Uns allen lieb und werth,
Denn kurz und gut wo ist das Land,
Das nicht der Bauer nährt.
(Tyrlbrunn/Obb.)
beim Kasparschuster
Der Spruch ist in den hölzernen Türrahmen geschnitzt


Der Baum mit guten Nüssen
wird Steine nicht vermissen.

Der Bauteufel lacht,
wenn viel Schulden werd’n g’macht.

Der beste Rath ist in der Noth:
Mensch hilf dir selbst,
so hilft auch Gott.
(Hochaltingen)

Der Erste betrachts
Der Zweite belachts
Der Dritte verachts
Was machts?
(Rosenheim)

Der Faulheit Acker steht voll Disteln.

Der Fried wohn' in diesem Haus,
Er treibe alle Zwietracht aus.
Ich habe auf Gott vertraut,
Da ich dies Haus gebaut.

Der Gott der Eisen wachsen ließ,
schuf auch die Eisenmänner,
drum segne Herr auch überdies
den Ambos und die Hämmer.
(Mettenheim bei Mühldorf/Obb.)
an einer Schmiede


Der göttliche sägen Erfühle daß hus
und die da Gehen in und us.

Der Herr der durch des Engels Schare
dieses Haus und Eingang bewahre
(Derental, Lange Str. 8, 1741)

Der Herr wolle bewahren dies Haus
vor Feuer und andern Schaden.
Mann möchte wünschen
das alles währe Glück
was wurde hinein
und aus gefahren
(Herten, 1837)

Der Jugend Lob sich mehret,
so sie das Alter ehret.

Der Maurer legt den Ziegelstein.
Der Zimmermann baut Balken ein.
Der Schieferdecker deckt das Dach, der Schreiner macht uns Tür und Fach.
Der Fliesenleger fliest die Wand.
Der Maler streicht mit flinker Hand. Der Schlosser bringt die Schlösser an,
die Lampen der Elektromann.
Zuletzt kommt noch der Transporteur und bringt die neuen Möbel her.
Wir ziehen ein und rufen aus:
Wie schön ist doch ein eignes Haus! Das Glück sei unsres Hauses Gast.
Dann leben wir hier ohne Hast,
dann soll nur kommen, was da mag:
Wir leben glücklich jeden Tag!

Der Mensch braucht zum Glück
Nicht Reichtum und Pracht:
Ein Stübchen voll Sonne,
Wo Liebe ihm lacht.

Der Mensch gleich einer Blumen ist,
die in der schönen Frühlingsfrist
des Morgens an der Blüte stehet,
des Abends hinfällt und vergehet.
(Oberhessen)

Der Neider gibt es leider viel,
Der Spötter auch nicht minder,
ich bau das Haus, wie ich es will,
für mich und meine Kinder.
(bei Salzburg)

Der Neid richtet gar nichts aus,
Als dass er sich frißt und sein Haus.

Der Ochs besteht aus
Fleisch und Bein
zum laufen,
Drum kann ich das
Fleisch ohne Bein
nicht verkaufen
(Hallstatt/Salzburg)

Der Römische Kayserlichen Majestät unsers allergnädigsten Landesfürsten Ernstliche Warnung und Bevelch ist, daß sich Niemand wer der auch sein mag unterstehe, in oder vor diesem befreyten Landhaus die Wöhr zu blößen oder Balgen und zueschlagen noch rumoren. Welcher aber freventlich dawider handeln, daß dieselben Verbrechen an Leib und Leben nach ungnaden gestrafft werden sollen. Actum im 1571 Jahr.
(Niederöstereichisches Landhaus, Wien)

Der Segen des Herrn machet reich ohne Mühe und Arbeit.

Der Straße zur Zierde
Apfelkam zur Würde
Mir zur Freude
Schmück ich dieß Gebäude.
(Apfelkam bei Rosenheim, 1821)

Des Hauses Ehre ist Gastlichkeit,
des Hauses Segen Frömmigkeit.

Des Hauses Schmuck ist Reinlichkeit,
des Hauses Glück Zufriedenheit,
des Hauses Segen Frömmigkeit.
(aus dem Altenburgischen)

Des Hauses Zier ist Reinlichkeit,
Des Hauses Ehr Gastlichkeit.
Des Hauses Glück Zufriedenheit,
Des Hauses Segen Frömmigkeit.
(Hallwang, Midalgut/Salzburg)

Des Herrgotts gnädige Hand
Erhalte den Frieden in unserem Land
Und diesem Hofe den Bestand
(Osterfeine, 1952)

Des Morgens ist ein Bier so gut,
Desgleichen zu Mittage,
Des Nachmittags nicht Schaden tut,
Macht Abents keine Plage.
Herentgegen soll ein Branntewein
Um Mitternacht nicht schädlich sein.
(Bruneck/Südtirol)
an einem Wirtshaus


Deutsches Haus im deutschen Land
Schütze God mit starker Hand
(Herten, 1858)

Die Alten ehre stets,
du bleibst nicht ewig Kind;
sie waren, wie du bist,
und du wirst, was sie sind.

Die Alten ehr, die Jungen lehr,
dein Haus ernähr, des Zorns dich wehr.
(Wismar, 1660)

Die bös Gewohnheit ist dein Strick,
Von dem Teufel gemacht so dick,
Ausgehen, daß kaum Einer ist,
Der ihn zerreißt und noch entwischt.
(St. Johann bei Erpsendorf/Tirol)

Die Frau im Haus, so selber wacht,
aus einem Pfennig zehne macht.

Die Höhen trifft der Sturm
und trifft sie öfters gar;
ein niedrig Haus besteht,
groß Haus hat groß Gefahr.
(Chur)

Die jetzige Stund und das zeitliche Glück
schleicht hin in einem Augenblick.
(Thun)

Die Leute sagen immer,
die Zeiten werden schlimmer.
Die Zeiten bleiben immer,
Die Leute werden schlimmer.
(Mauterndorf/Lungau)

Die Leute sagen immer,
Die Zeiten werden schlimmer.
Ich aber sage: Nein,
die Zeiten bleiben immer,
Aber die Leute werden schlimmer.
(Mühldorf/Obb.)

Die Lieb ist tot,
Die Frömmigkeit leyt grosse Not,
Die Wahrheit ist gefangen,
Untreu hat alle Welt durchgangen.
(Elbach)

Die Lieb ist wie ein Blümelein,
sie will auch gepfleget sein.

Die Lilien fallen, der Wermuth blüht;
Herr Christ, mein armes Haus behüt!
(Oberhessen)

Die müßig gängen stroft der her
und gibt der arbeit lohn und er.

Die noth lehret einen zu hand,
des man sunst bei kein verstand.

Dies alles, was ich habe,
hab ich Gott von dir.
Gib, daß ich halte Haus,
wie du befohlen mir.

Dies Haus ist mein und doch nicht mein,
Den zweiten wird es auch nicht sein,
Den dritten trägt man auch hinaus,
Drum Wandrer sprich, wem ist dies Haus?
(Aying)

Dieses Haus gewähre alle Zeit
Frieden und Geborgenheit.

Dieses Haus steht auf Gotts Hand.
Der Herr bewahr's vor Feuer und Brand.
Und alle, die gehn aus und ein,
laß dir, o Jesu, befohlen sein!
(Westfalen)

Dies ist mein Haus,
Der Frohsinn schaut draus.
Was ist denn darin? Was Liebes ist drin.
Ihr bösen Geister lobet den Herrn!
Mit Krankheit bleibt fern. Alle guten Gaben,
Besuch will ich haben.
Der Frauen Schmunzeln, der Männer Witz Macht die Seele rund und die Zunge spitz.
Ihr lieben Leute, worum ich bitt',
Bringt Eure Kinder mit.
Ich kann sie erwarten,
Ich hab' einen Garten.
Ach, heiliger Sebastian im Himmel mein!
Könnt Ihr denn nicht schrein?
Jodidel, jodudel, so laut als es gellt,
So lang als es hält.
's gibt wichtige Leute im Lande genug,
Sie dünken sich weise und sind noch klug.
Bedient denn, o Gott,
Mich niemand mit Spott?
Nichts thut der Leber so wohl und lieb
Wie ein geschliffener Schnabelhieb.

Die straff, die du hast verschuld,
soltu aufnemen mit Gedult.

Die Welt ist hart, der Weg voll Stoan.
Nix ändert sih gleich vo alloan.
A jeder braucht as rechte Gspür, a warmes Nest, die offne Tür.
Gach kimmt a Not, Va heut af morgn
ouft drucken schwar die Alltagssorgen
Wer meistert´s Lebm mit frischn Muat,
der steht ah grad, wann´s sturmen tuat.
Is jeder ah fürn andern do,
sa Mitanand wendt Unheil o`.
Mit guaten Wülln is Platz für all.-
Es wärmt die Stubm a Sonnenstrahl.

Die Wolle, die man hier gewinnt
und an dem Rad zu Garne spinnt,
die wird allhier zu Tuch gemacht
und ferner nach der Walch gebracht.
Es folget Farb und Scher hierauf,
womit es fertig zum Verkauf.
Der Frächter führt es über Land,
der Kaufherr prüfts mit kundger Hand,
zur Auswahl liegt das Tuch bereit
und Jedermann wählt hier sein Kleid.
(Salzburg, Getreidegasse, 20.Jh.)
an einem Textilkaufhaus


Die Zeit teilt, heilt, eilt.
(Augsburg)

Die Zimmerleut und Maurer
Das sind rechte Launler,
Eh sie essen, messen,
stehn und bsinnen,
So ist schon der Tag von hinnen.

Dies Haus hab ich nit hingesetzt,
Daß jeder dran sein´n Schnabel wetzt.
Wers tut,
dem kann ichs wohl nit wehrn -
Die Hauptsach ist: Es steht in Ehrn!
(Max Dingler)

Dies Haus ist mein
und doch nicht mein.
Dem Zweiten wird es auch nicht sein.
Den Dritten trägt man auch hinaus.
Nun sag' mir, wem gehört das Haus?

Dies Haus ist mein und doch nicht mein,
ich gehe aus, du gehest ein.
Mein, wer wird wohl der Letzte sein!
(Au/Freiburg)

Dies Haus ist mein und nit mein
und wird auch nit den zweyten sein
den dritten wirds auch übergeben
wird ihm auch wie mir geschehen
Der Vierte mueß auch noch ziehen aus
Mein sagt mir, wem ist dies Hauß.
Sag nichts hinein sag nichts hinaus
So bleibt der Fried in meinem Hauß.
(Niklasreuth/Obb.,1786)

Dies Haus steht in St. Florians Hand,
Verbrennt es, ist’s sein eigne Schand.
(Klostertal/Voralberg)
(Klosters/Prättigau/Schweiz)


Dies Haus trotz Sturm und Wetter
Steht fest seit alter Zeit.
O Mensch, du armer Fretter,
Kennst Du Zufriedenheit?
Voller Hast und Unruh schnell im Trab
Mußt Du rennen bis ins Grab.
(Malching/Ndb.)

Dies Hus, das stoht in Gottes Hand,
Bhüts Herre Gott vor Für und Brand,
Vor Unglück und Wassersnot:
Mit einem Wort: laß stohn wies stoht.
(Brütten)

Dieses Haus hab ich gebaut
Johannes bin ich getauft,
Holzer bin ich genannt,
Gott behiet es vor Feuer und Brand.
(Wallgau/Obb., 1765)

Dieses Haus ist nur ein kleiner Punkt
In Gottes weiter Welt,
Doch ist´s ein Himmelreich
Wenn es dein Glück enthält.
(Auhof bei Feilbach/Obb.)

Dieses Haus stand in Gottes Hand,
Und ist dreimal abgebrannt,
Und das viertemal ist wieder aufgebaut
Und jetzt dem heiligen Florian anvertraut.
(Sarntal/Südtirol)

Dieses Haus steht in Gottes Hand,
Der wolle es behüten
Vor Unglück, Feuer und Brand,
Wo Fried´ und Lieb´ das Haus regiert
Da spürt man Gottes Segen.
Wo aber Zank das Zepter führt,
Der Teufel ist zugegen.
(Bei Sonthofen/Schwaben)

Dieß Haus g´hört mein
und doch nicht mein
Wer nach mir kommt
wirdst auch so sein.
Ich bitt o Herr gib
Gnad und Segen in diesem Haus
Lasse alle Arbeit mir gedeihen
Bis wird sein mein Leben aus.
Was hilft mich das schöne Haus,
Hier kann ich nicht lange bleiben
Der Tod wann kommt,
Fragt nicht nach Hab und Gut
Er wird mich bald draus treiben.
(Bei Vohenstrauß/Opf.)

Dies Haus ist erbaut für Pferde, Schweine, Rinder
und Menschenskinder.

Dieß Haus ist mein und doch nicht mein.
Den 2ten kann es auch nicht sein.
Den 3ten geht es auch wie mir
Wenn der Tod kommt vor die Thür.
Den 4ten trägt man auch hinaus.
Nun sage mir, wem gehört dieß Haus?
(Zell bei Ruhpolding, 1892)

Die Welt ist groß, mein Haus ist klein,
Doch soll's ein rechter Hafen sein,
Drin ich, mein Weib und meine Kind'
Auf Erden wohl geborgen sind.
(Hausspruch von Fritz Richter

Draußen Friede, drinnen Eintracht!

Drückend ist des Tages Schwüle,
Rauh und dornig seine Bahn,
Suche darum sanfte Kühle
In dem Bräuhaus nebenan.
(Schloßberg bei Rosenheim/Obb.)

Du lieber heiliger Florian,
verschon dies Haus,
zünd andre an!

Du sollst beten - denn
du wirst bald sterben,
du sollst arbeiten - denn
du wirst ewig leben.

Dück dich, laß vorübergahn,
das Wetter will sein Willen han.

Durch Gottes reiche Handt
Und erhlicher Leuth Beystand
Hab ich dies Haus gemacht
Und auff disen Platz gebracht,
Wohn darin solang mirs Gott gönt
Im Himmel ein bessers ich findt.

Durch Gottes Hand und milder Segen
Brachten wier dieses Haus zuwegen.
So oft wier gehen aus und ein
Soll unser Härtz stäts danckbar sein.
(Herten, 1842)

Foto: Helmut Achilles, Ostfalen/NiedersachsenE
Eben da Zweyhundert Jahr ruhig waren der Gefahr,
als um der Religion fester Friede ward beschlossen,
und ein frohes Jubiläum wir hier celebrierten fein,
mit Gott dieses Haus erbaute Heinrich Christian Angerstein.
(Osterode am Harz)

Ehelich Lieb in Gott und stete Trew
Bringt Glück und Segen ohn alle Rew.
Mit Ernst und Fleis haben wir Gott vertraut,
Den Unseren zu Gut dies Haus gebaut.

Eigner Rauch und Hausgemach
geht über jede andre Sach.

Ein adeliges Gemut
tut von sich selbst das Gut!

Ein böses Weib, ein Esel und ein´ Nuß,
Diese drei man immer schlagen muß,
Denn wenn man sie
nicht schlagen thut,
So thun die alle drei kein gut.
(Lechtal/Schwaben)

Einer acht's,
der andre belacht's
der Dritte betracht's.
Was macht's?
(Rathaus Wernigerode)

Ein Dach überm Kopf
Und Brot im Kasten,
Im Herzen Gott,
Dann hats kein Not
Mit Sorgen und Lasten.

Ein guetes gewissen
ist das beste leben
Des hat Gott ein jeden geben,
Doch halt Manicher wenig drauf
und lebet nach den großen Sindenlauf,
Doch kennt Man die in ihrem leben,
Weil sie keine gueten Frichte geben.
(bei Siegsdorf/Obb.,1799)
Höpflinger Mühle


Ein gut Wort und ein sanfter Regen
dringen überall durch.

Ein Haus ohne Jugend scheint gleichher,
als wenn im Jahr kein Frühling wär.
(1663)

Ein Haus von Gott dem Herrn bewacht,
Ist wohl begründet und bedacht,
Zwei Lebensstützen brechen nie,
Gebet und Arbeit heißen sie.
(Törwang/Obb.,Nr.4, 1864)

Ein Heim, von Liebe warm durchglüht,
Wo wandellose Treue blüht,
Wo Frohsinn sich zum Glück gesellt,
Da ist das Schönste auf der Welt.
(Rohrdorf/Obb.)
Achenmühle 71


Ein Herz,
das sich des Guten freut,
gibt bei der Arbeit Heiterkeit,
versüßet jede Mühe.

Ein Jammer,
Sprach das Eisen zu dem Hammer:
Warum schlägst Du mich so hart?
Sind wir nicht von gleicher Art?
Mächtige und Reiche dieser Erden,
Häufet nicht Beschwerden auf Beschwerden
Vor der Untertanen Tür.
Denkt bei dieser Not und Jammer
An das Eisen, an den Hammer,
Denkt, sie leiden so wie Ihr.
(Bei Günzburg/Schwaben)ähnlich am Haus eines Schmieds zu Schönau im Schanatal

Ein Mann, der muß wohnen
in ander Leut Häuser,
Der ist ärmer als ein Kardäuser.
(Hart im Inntal/Tirol)

Ein Wirt fürs Volk bin ich,
dem durstigen Bürger dien´ich
Wer recht bezahlt, erfreuet mich,
nur Halunken scheuen mich.
Schlag dir die Sorgen aus dem Sinn
Und denk nicht an die Hauskreuzspinn!
(Bad Aibling/Obb.)
an einem Gasthaus


Eine gute Sache, frischer Muth
im Unglück fest bestehen thut.

Einigkeit ein festes Band,
hält zusammen Leut und Land.
(Hochaltigen)

Eintracht daheim; draußen Friede!
(Lübeck)

Ein neu Haus baute ich und irß das Alte nieder.
Ach Herr nah deinem Bild
erneure du mich wieder.

Erbaut von Jos. und Kath. Bartl.
Wie die Almhütte klein und rein
Soll auch unser Häuschen sein.
(Oberes Isartal/Obb., 1874)

Erben sind wir Alle
Alle werden wir Ahnen sein.
Sorge ein Jeder
daß der Schatz sich mehre.

Es entgehet einer oft der Straff,
aber dem bösen gewissen nicht.
(1662)

Es ist besser
auf den Herrn vertrauen,
als auf die Gunst
der Menschen schauen.
(Rietberg, 1681, erneuert 1955)

Es ist ein altgesprochenes Wort,
mehr denn vor hundert Jahren:
Wer niemals Leid versuchet hat,
wie mag der Freud erfahren?

Es ist ein Wort, das hat ein l
Wer es sieht der begert es schnell,
Wen das l nicht Darinen Ist
Kein höcher schatz In D´Welt ist.
(Wertheim/Ba-Wü.)
am Engelbrunnen
Rätselinschrift, die sich mit einigen Abweichungen auch in Luthers Tischreden findet.


Es ist kein Häuslein,
es hat sein Kreuzlein.

Es ist kein vögelin so klein,
sein eigen nest wils haben
rein und fein.

Es ist nichts so schön gemacht,
So kommt doch einer, der`s veracht`.

Es ist selta a Schädle,
wo ka Nützle dabei ist.
(Oberinntal)

Es nennt die Schrift in Gnaden
Den Weber und die Faden,
Die Spuhl und Weberbaum.
So weiß ich, Gott denkt meiner,
Ob auf der Welt auch seiner
Mich kennen wollt und gönnen Raum.
(Creglingen)

Es wird kein Ding so schön gemacht,
Es kommt ein Spötter, der es veracht,
Drum gehe hin und schweige still,
Es mache ein jeder, wie er will.
(Oberhessen)

Es wünscht mir einer was er will,
Ich gönne ihm dreimal so viel.

Es wünscht uns einer was er will
Gott gebe ihm nochmal so viel.
(München, 1905)

Euch bleibe ich ergeben
in euer Hände
Jesus Maria und Joseph
Gott zu Ehren
und euch zum Schutzpatronnen
zu erwaelen
(Herten, 1809)

F
Fluche nicht in meienem Hauß,
Sonst Schaf ich dich zur Thür hinaus,
Damit nicht Gott im Himmelreich,
Strafe mich und dich zugleich.
Freund übe Treu und Redlichkeit
bis ins kühle Grab
Und weiche keinen Finger breit
von Gottes weegen ab.
(Siegsdorf/Obb., 1823)

Freunde in der noth,
freund in dem todt,
freund hinder rücken
seyndt drey starke brücken.
(16. Jhrdt.)

Freund,
richte dich nach deinen Taschen und nicht nach Krug und Flaschen.
Hast du in deinen Taschen keinen Heller,
so laß dem Wirt Bier und Wein im Keller.

Friede, Freude, Fröhlichkeit,
Walte stets in diesem Haus,
Gott behüte alle Leut,
Die da gehen ein und aus.
(Bad Aibling/Obb.)

Frieden im Haus
Bringt Segen voraus.

Friede sey in diesem Haus,
wer da geh’ ein und aus.
(Ultental/Südtirol)

Fried und Lieb verbind sich hier
mit getreuer Herz Begier.

Frohen Sinn und steten Frieden
erhalte uns, o Gott, hinieden!
(Rietberg, 1675, erneuert 1955)

Früh, eh der Tag noch graut,
Morgens, wenn die Erde thaut,
Müssen Bäcker wachen,
Brod und Semmeln machen;
Dies wäre keine Kunst,
hätten sie das Mehl umsunst.
(Kufstein)

Für seiner Thür kehr jeder fein,
so wirds in der ganzen Stadt rein.

Für uns und unsern(!) Kinder Freude
Hab ich reporiert dies alte Gebeude.
(Nordborchen, 1923)

Fassaden-Inschrift, gesehen in WarnemündeG
Gah fröhlich in,
gah fröhlich ut,
sei draus und drin
in Gottes Hut.
(Hannover)

Galgen, Rad und Rabenstein
Bösen Buben Warnung sein;
Auch zur Warnung dir und mir
Dieser Donnerkeil hängt hier.
(Schweinfurt/Unterfranken)
Obere Gasse
An der Einfahrt neben einem
aufgehängten Meteorstein


Gebaut ist dieses Hauß
von MenschenHand
Material ist von des Schöpfers Hand
Ich bleib jetzt da und zieh nicht aus
Biß mich der Herr ruft in sein Hauß.
Ausgeführt im Jahre 1870.F.K.
(Isartal, Mühle in Mühltal/Obb.)

Gedult ein kreutlein gut genannt,
brichs ab, brauchs recht,
machs dir bekant.
(Kolmar)

Geduld, Vernunft und Zeit
macht möglich die Unmöglichkeit.
(Mark Kaiß)

Geh gschwind vorbei,
bleib nicht lang hier,
sonst kommt mein Weib
und schimpft mit dir.
(Graß bei Aying/Obb.)

Geh vurbey,
was schern dich meyne sorgen?
thust mir doch keyn roten heller borgen!
Wilst du aber meyne schuldten zalen,
dan trit ein, daz laß ich mir gevalen.
(aus Franken)

Geschlechter kommen,
Geschlechter vergehen;
laß, gütiger GOTT,
den Hof bestehen.
(Rüschendorf, 1951)

Gib achtung dar auf nur, wo du bist,
wann gut reden und gut schweigen ist.

Gib Jedem ehrlich Tadel oder Lob,
aber gib es nicht zu grob!

Glauben, lieben, hoffen
sieht den Himmel offen.

Gleichwie das Gold an seinem Klang,
und der Vogel an seinem Gesang,
so auch der Mensch an seinen Worten
wird erkannt an allen Orten.

Got hat den gewalt,
der mensch den wân.

Got weit huld und rat
wen aller menschen trost
ein ende had.
(Stadthagen, 1502)

Gott bewahre dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus.

Gott beschütz dies Haus so lang
bis ein Schneck die Welt umgang
Und die Ameis dürst so sehr,
Daß sie austrinkt 's ganze Meer.
Höhen-Mühringen bei Horb)

Gott bewahre diese Haus
fur Feuer und Brand
und erfulle es mit Segen
durch Gottes Hand
Gelobt seist Du Jesus Christ
und in alle Ewigkeit.
Amen
(Herten, 1774)

Gott Du Geber aller Güter
Bewahr dis Haus für Feuersnoth.
Gibt den immer Brod.
Gott Du Erhalter aller Dienge
Du wolles alle gnädig sein
Alle die hier gehen aus und ein
(Herten, 1825)

Gott du hast uns hart getroffen
Durch schraeklichen Feuer Brandt,
Doch rettest du, die auf dich Hoffen
Wider aus ihrem Unglük Standt.
Wir Preisen deine Vater Hand
Die uns nehmen und
auch wieder geben kann.
(Pietling bei Laufen/Obb.)

Gott fürchten macht selig
Bier trinken macht fröhlich
Drum fürchte Gott und trinke Bier
Dann bist du fröhlich und seelig allhier.

Gott gebe allen, die mich kennen,
zehnmal mehr, als sie mir gönnen!

Gott halt in Gnaden treue wacht,
in diesem Hause Tag und Nacht
(D)

Gott lieben ist die schönste Kunst,
Die schönste Kunst auf Erden,
Wer anders liebt, der liebt umsunst
Und kann nicht selig werden.
(Stubaital/Tirol)

Gott möge
dieses kleine Haus verschonen
vor jedem, der nicht Frieden halten will,
er lasse nie viel Weiber darin wohnen,
wenns drei nur wär´n,
sind zwei zu viel.
(Salzkammergut/Salzburg)

Gott schenke allen,
die wir kennen
noch viel mehr
als sie uns gönnen.

Gott schütze uns vor Feuer und Wind
und vor Arbeitern die langsam sind.

Gott segne deinen Eingang,
Wenn du Durst hast,
Gott segne deinen Ausgang,
Wenn du Geld hast.
(Reit im Winkel)
an einem Gasthaus


Gott segne dieses Haus
Alle die gehen ein und aus
und alle die darin wohnen
wolle Gott fur Feuer verschonen
(Herten, 1837)

Gott segne uns mit Deiner Hand
und bewahre uns vor Feuer und Brand
Denn durch Feuerbrunst
bin ich gerissen nieder
Durch Gottes Macht
und Menschen Hülfe
Stehe ich wieder
(Herten, 1868)

Gott und des Meisters Hand
Verdankt dieß Haus deinen Bestand.
Beschützen mags der Herr allein,
Und Hüter dieser Wohnung sein.
Auf Ihn setz ich meine Zuversicht,
Er wende ab sein Strafgericht
Und laß es frei von Unglück sein,
Bis ich es kann bei Ihm erfreun.
(Scherting bei Salzburg, 1837)

Gott wolte diesen Bau bewaren
fuer Feuer und allen Schaden
und halte ihn zu jeder Zeit
auf einer guten Ernte breit
(Herten, 1860)

Gottes Segen, Schutz und Frieden
sein´n dem Hause stets beschieden!
Mögen seine alten Mauern,
neu verziert, noch lange dauern.
(Rietberg, Erneuert 1936)

Gottesfurcht und Redlichkeit,
Arbeit und Aufrichtigkeit
sind im Leben immer nütze
und des Hauses beste Stütze.
(Rietberg, erneuert 1959)

Grüß Gott, tritt ein,
bring Glück herein.

Gute Haushaltung macht
kleines Einkommen groß.

Gutes ehren,
Böses wehren,
Schönes lieben,
Schweres üben!

Gute Zucht, gute Frucht.

Foto: Helmut Achilles, Ostfalen/NiedersachsenH
Habe ich ein Haus und etwas Geld,
So ist es gut für mich bestellt,
Nehme den Pflug und Spaten dazu,
Arbeite fleißig und lebe in Ruh.
(Crailsheim)

Hast du dein Recht getan,
Was gehen dich der Leute Reden an?
Wer für alles gleich Dank begehrt,
Der ist selten des Dankes wert.

Hat der Geitzig die gantze erden,
So möcht im doch gnung nicht werden.
Drumb er auch bey seym großen gut
Allzeit hat mangel und armut.

Haus und Hof
Gut und Land
geb ich Herr in deine Hand
erhalte es auch für Feuer und Brand.

hl. Florian wenn ungefer
feuer endsteedt rett
vnß aus allen gfahrn
durch dein Fürbitt u. gebett,
due vnßer Hauß
und Hoff bewahren.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Seitenfront, rechts:
über dem Bild des hl. Florian


Hl. Nothburga durch dein
betten und Almoßen geben
bitte Gott vor unß umb seinen Seegen
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Seitenfront:
im ersten Stock (auf der Laube)
über einem Bild der hl. Notburga


Heil. Antoni du Wundermann
In aller Not nimm di unser an.
(Mieders/Tirol)

heil. Isidor den bauren Leuchtes vor
durch dein Arbeit u. Gebett
bitt vor unß bey Gott das vnßer
Arbeit auch vor Gott bestedt.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Seitenfront:
über einem Bild des hl. Isidor


heil. Sebastian in Kranchheit,
Pest u. Hunger Not,
bitt du vor uns bey Gott.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Seitenfront, links:
über dem Bild des hl. Sebastian


Heiliger Josef wir fliehn zu dir
in allen Nöthen
Du kannst unß von alle
unheil und ybel retten
Bewahr die deine allzeit
Besonders in den letzten streit.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Seitenfront:
unter einem Bild des hl. Joseph


Heiliger Ritter Florian
Wir rufen dich als Schirmherr an,
Beschütz das Haus vor Feuersgfahr
Wie einstmals, so auch immerdar.
(Teisendorf/Obb.)

Help di sölwst, so helpt di Gott,
Schaffen un Striäben is sin Gebott;
Dann giw He di din däglik Braut;
Bewahrt di vör de leigste Naut
(Gimbte und Greven)

Herr bewahre dies Gebäu,
Sprich es doch vom Unglück frei,
Wend ab Sturm, Pest, Wasser, Feuer
Und sonst alles Ungeheuer!
Gib uns Segen, Fried und Freud,
Und zuletzt die Seligkeit,
Daß wir deinen Namen loben,
Hier auf Erden und dort oben.

Herr bleib bei uns,
den es will Abend werden.
(Lukas 24, 29)
(Gasthof in Oberndorf/Ebersberg)


Herr! Es ist ja dein Gabe
und ein Zeichen deiner Gunst.
Was in dieser Welt ich habe
Schutz bedarf für Feuersbrunst
und für allen Unglücks Fällen.
Weil ich alles Dir Hein stelle.

Herr Gott, dein Segen kröne dieses Haus!
Hier teile deinen Segen aus!
Hier grüne unser Lebensbaum,
Bis wir in Ewigkeit dich schaun!

Herr, in deinem Namen geh ich aus,
Bewahr allzeit das ganze Haus.
Meine Hausfrau und
auch die Kinder mein
Laß dir, o Gott, befohlen sein.
(Schweiz)

Herz zwingen, Zunge binden,
eignen Willen überwinden,
alle Ding zum Besten kehren;
die vier tun die Tugend mehren.

Hic habitat felicitas – nihil intret mali
(Hier wohnt das Glück,
nichts Böses
möge eintretten)
(Salzburg, 1841)


Hier bauen wier so fest
und sind doch frömde Gest
und dar wier ewig mussen sein
bauen wier so wenig ein
(Herten, 1792)

Hilf Gott aus Not
Abgunst is grot
(Osterode am Harz)

Himmer und Hölle haben gewittert,
Höhen und Tiefen haben gezittert.
Wir haben dem alten Grund vertraut,
wir haben gebaut!
Keck schaut das Haus ins Land hinein.
Gott geb ihm Frieden und Sonnenschein.

Hin geht die Zeit,
her kommt der Tod,
Drum bleibe fromm
und fürchte Gott.
(Thannkirchen/Obb.)

Hir maht thu lernan
Guld bewervan
Welog inde wisduom
Sigi lob inde ruom.
(Hier kannst du lernen
Gold zu erwerben,
Reichtum und Weisheit
Siegeslob und Ruhm.)
(Köln, 1571)


Hör stets auf gute Lehren
tu nit zu vil begehren,
dann hast nit viel zu klagen
in deinen Lebetagen.
(Illerbeuren/Allgäu, 1791)
Bauernmuseum - Zehntstadel


Holz und Stein tun 's nicht allein
auch Glück muß mit drinnen sein!

I
Ich Aff, steh und gaff,
Derweil ich steh,
Konnt ich auch weiter gehn.

Ich bau aus Noth
was ich nicht hab
bescher mir Gott.

Ich baue nicht aus Lust und Pracht,
Die Not hat mich dazu gebracht.

Ich bau für mich, sieh Du für Dich.
(Colmar, 1330)

Ich bau nach meinem Sinn
Uns wems nicht gefällt,
der schau nicht hin,
Ich bau für mich und mein Geschlecht,
Wenn ich die Leut würd fragen,
Wärs hundertmal nicht recht.
Zu Tadeln kommen Jung und Alt,
Aber keiner, der mir was zahlt.
(Thalham Gemeinde Palling/Obb.)

Ich Bauer lebe in rechten Freuden,
Wie könnte ich Könige beneiden?
Sie sind nicht halb so froh als ich.
Sie müssen Kriegsheere werben,
Und mich beschützen
und dann sterben,
Und niemals leben sie für sich.
Sie mögen sich nebst tausend Gästen
Mit Schnepfenkot und Austern mästen,
Und Milch und Käse sei für mich;
Sie mögen Wein wie Wasser saufen
Sie müssen zu den großen Haufen
Der Tod doch eher noch als ich.
(Roßbach bei Neumarkt a. d. Rott/Obb.)

Ich bin ein guter Bawers-Mann,
Der sich gar nichts lest fechten an.
Behalte meinen freyen Sinn,
Drumb bleib ich immer, wer ich bin.

Ich bin zwar nur ein Bauer
Drum hält man mich
so schlecht in Ehren
Und gib doch Stift und Steur
An so große Herren.
(Kohlgrub bei Schongau/Obb., 1787)

Ich brachte nichts zur Welt herein
Ich nehme nichts mit hinaus
Doch soll eine Spur
meines Wirkens sein
Noch spät dieß Erdenhaus.
(Eggen bei Winhöring/Obb.)

Ich fügt´s aus Stein.
Mein soll es sein.
Der Stein besteht.
Mein Sein vergeht.
(Max Dingler)

Ich hab gebaut nach meinem Sinn
dems nit gefalt der geh dahin,
doch hab ich vill die mich beneiden
aber wenig die mich begleiden,
doch mag mir einer wünschen
waß er will
so wünsch ich im noch so vill.
(Ellbach/Obb.,bei Unterstocker, 1762)

Ich habe gebaut nach nach meinem Sinn
Dems nicht gefällt, der geh nur hin.
Es hat mich gekostet mein schönes Geld,
Drum hab ich gebaut, wie mirs gefällt.
(Nehren, Kreis Tübingen)

Ich hab´ geplagt mich lange,
bis ich dies Haus gewunnen,
jetzt ist mir auch nicht bange,
ob ihr mir´s möget gunnen.
(Fränkischer Hausspruch)

Ich hab mir vorgenommen,
grat durch die Welt zu kommen.

Ich Hans Prasser
Trink lieber Wein als Wasser;
Tränk ich lieber Wasser als Wein,
Würd ich kein Prasser sein.
(Wiener-Neustadt/Niederösterreich)

Ich Josef Märtz und Anna,
mein haußfrau
fieren ney von grundt auf
dißen bau
Ville Mie und arbeit kost
uns dißes hauß,
seind doch nur frembte darin
wür missen darauß,
darffs auch nach uns noch
niemandt sein heißen
in die Ewigkeit wür alle Miesen Reissen
so last uns dan alle Zeit beflissen sein
Wo ewig zu wohnen ist dorthen
zu bauen ein.
(Jachenau/Obb., 1789)
Büchler Gastian


Ich kehre mich nicht dran
Und laß die Leute lüegn.
Wer kann den jedermann
Das lose Maul spiern.

Ich kann nicht besser leben,
Als daß ich dazue lach’,
So habens sie vergebens
Sich viel Mühe g’macht.
(Wiesthal/Salzburg)

Ich komme und weiß nicht woher
Ich bin und weiß nicht wer,
Ich gehe und weiß wohin:
Mich wundert, daß ich so fröhlich bin.
(H. von Kleist)
(Thuner See)

Ich laß den Neider neiden
Und den Haßer haßen
Und was mir Gott beschert,
Muß mir Haßer und Neider Lassen.
(bei Salzburg)

Ich lebe und weihs nit wie lang,
Ich sterbe und weihs nicht wann,
Ich fahre und weihs nicht wohin,
Mich wundert, dahs ich fröhlich bin.
(Illerbeuren/Allgäu, 1791)
Bauernmuseum - Zehntstadel


Ich lieb alle liebe getreye herzen,
die gerne lachen und
schön freundlich scherzen.
(Oberösterreich, 1687)

Ich liebe Gott,
Lasse selber walten,
Mache neue Hüt´,
Färbe auch die alten.
(Kitzbühel/Tirol)

Ich liebe Gott
und laß denselben walten,
beschlage Pferd und neue Wägen
und reparier die alten.
(Pichling)

Ich pedange mir gar schen
bei meiner ganzen Nachbarschaft,
Ich stehe in der grosen Not,
wer mir daraus geholfen Hat.
Ein grosses Unglück hab ich gehabt,
an Stefanstag um 6Uhr auf die Nacht,
Die guten Leidt haben
mich nicht verlassen
und wieder alles recht gemacht.
In gottes Segen ist
geschehen in 2 stund
ist alles in prandt gelegen.
(Erdenstraß, Gemeinde Feichten/Obb.)

Ich rathe dir ins Haus
ein freundlich Weib zu führen
So wirst du Freundlichkeit
an allen Ecken spüren.
(München)
Lessingstraße


Ich schau als wie a Schwaiberl
Froh in die Welt hinein,
und wenn es stürmt und regnet,
nicht blos beim Sonnenschein.
Das mcht, ich steh´ im Bayernland
und bin gottlob ganz unbekannt,
Sonst kämen gar noch Fremde her -
da hätt´ ich meine Ruhe nicht mehr!
(Neumarkt a. d. Rott/Obb.)

Ihr Gäste, rückt die Hüte!
Secht Hanns Paul Teutschens Haus!
Hier stieg ein Fürst voll Güte,
Der Kaiser Josef aus.
(Reutte/Tirol)
beim Kronenwirt


Im Fluge geht die Zeit dahin,
Das Lebensbild ist wie ein Traum,
Man baut Paläste, reist sie nieder,
Willst glücklich sein,
mußt höher schaun.
(Traunstein/Obb.)
Schauerburgstraße
Haus dat. 1777,
Spruch wohl 19. Jn.


In alten Chroniken steht´s zu lesen,
Wie mit Bildern geschmückt
sonst die Häuser gewesen,
Und wi lustsam die Gassen
der Stadt sie gemacht:
daß es wieder so werde,
ist der Maler bedacht.
(Bad Aiblingen/Obb.)

In beigesetzter Jahreszahl
Kam hier bei einem Hochzeitsmahl
Ein erst verborgenes Feuer aus,
Verheerte schnell das ganze Haus.
Doch unter Gottes Segenshand
Kam es auch wieder so zustand,
Er woll´ uns künftig vor Gefahren
Durch seiner Allmacht Huld bewahren.
(Steppach bei Augsburg, 1814)

In deinem ungefall und schmertzen,
So faß ein solchen Trost zu hertzen,
Daß mancher hat viel mehr zu klagen
Und viel ein großer Kreuz zu tragen.

In der Tarverne hiere,
Gibts mehr als gutes Biere,
Gibt Fett und mager Fleisch, gar
Kraut und Schinken
Gans und Ent und Huhn
am Spieß dir winken.
Edle Gäste kombt
verkostet mit Lust den Wein
und auch der Edle Gerstensaft
mag Euch willkommen sein.
Ihr Gäst Ich Biett euch dar
den Edlen Rebensaft
den Adler macht er Flueg
den Löwen guete Kraft.
Röd´ und rühr dich
Arbeit und wiehr dich
Hast im Topf ein Han,
Bist ein angeseh´ner Mann.
(Wanghausen/Oberösterreich)

In einer Stunde verbrennet
ist Haus und Scheuer
Wie bekannt fur Feuersbrunst
Bit Her Jesu Christ beschutz
dies Haus mit deiner Hand.
Amen
(Herten, 1774)

In jedes Haus wo Liebe wohnt
da scheint hinein auch Sonn und Mond
und ist es noch so ärmlich klein
es kommt der Frühling doch hinein.

In Lieb und Leid ist Gott allzeit Hilfe, Trost und Seligkeit.
(Hameln)

In Nord und Süd,
de Welt is wit.
In Ost und West
dat Hus is´t best.
(Oldenburg)

Is aa mei´ Häuserl kloa,
i moa:
Für mi und für mein´ Schatz,
da hat´s scho Platz.
(Aloys Dreher)

Ist der Apfel rosenrot,
so steckt ein Würmchen drinnen,
ist das Mägdlein schön und rot,
so ist es falsch von Sinnen.

Ist Gott für uns,
wer will wider uns sein?
(Hahnbach/Opf.,1584)

J
Je mehr Einsicht, je mehr Nachsicht.

Jeder Vogel hat sein Nest lieb.

"JENSEITS"
die vier letzten Dinge
in Bildern dargestellt
Tod:oben:
Allen Menschen ist auferlegt
       einmal zu sterben.
unten:O Menschen bereitte dich
       zum dodt bey Zeit
       daß ich find nit unbereit
       sterben alle mießen,
       es sey alt, jung,
       arm oder reich
       das ist mir alles gleich.
Gericht: obenIch will alle Völker. ....
       (unleserlich)
unten:O Mensch sich deinen Richter an
       und denkh wie er dich stroffen kan
       Der Gerechte wird kaum bestehen,
       o sinder wie wird es dir ergehen.
Hölle:oben:Ihr Feuer wird nie erlöschen.
       O Mensch wann du die höllische
       Pein nit willst Leiden
       so mußt du die sinden meiden
       Ewig erschröglich ist die Pein
       wann du muest hinein.
Himmel:oben:Freuet euch denn euer
       Lohn ist groß in dem Himmel.
unten:D. Seelig werden ist eine kunst,
       Gott gibt den Himmel nit umbsonst
       Der Himmel leudet gewalt
       der Faule ihn nit erhalt.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722 (Seitenfront)


Jesus an den Kreuzesstamm
Naglen unsere Sünden an
O Sünder Sich mich an
Was ich dür zu Lieb gethan.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Vorderfront:
Erdgeschoß, mit Kreuzigungsbild


Jetzt sind die Bauern so g’scheut
Das Bauen wär ihre größte Freud,
Soll nicht viel kosten, soll sauber wern,
So hättens die Bauern gern.
(Kolbing bei Krainburg/Obb.)

Josef Hahgner heißt mein namen,
Schenne Pferd mecht ich bekammen,
Ich zahl euch um das bare Geld,
Das ist das schönste in der Welt.
Ich zieche mit meine Pferde
weith um in der Welt,
Ich handle nicht wegen dem Geld,
Nur das ich meine Zeit vertreiben
kann in der Welt,
Es kaufe ein jeder bey helliechten Tag
Was ihm gefällt.
(Thalham/Obb., 1810)

Jugend und verlorene Zeit
kommt nicht wieder in Ewigkeit.

Jung gebogen, alt wohlerzogen.
(Burgdorf, 1598)

K
Kehr dich nicht an jedermann,
der dir vor Augen dienen kann;
nicht alles geht von Herzensgrund,
was schön und lieblich redt der Mund.

Kein größer Gemach als eigen Dach.

Kein größer Leid,
als das, was man
sich selbst bereit.

Klag ich dem Nachbar mein Leid,
wird es noch einmal so breit.

Klueg der die Welt verachtet,
Seelig der den Todt betrachtet,
Heilig der die Tugend übt,
Glücklich der Gott die Ehre gibt.
(Illerbeuren)
Bauernhofmuseum


Kommet zu mier
Die ihr beladen sind
Ich will Euch erqicken
(Herten, 1803)

Kraft im Arm,
Herz ohne Harm,
Herd traut und warm,
braucht kein Erbarm.

Kräfte und Krücken
kommen aus einer Hand.

Kriegesnot und Elendszeit
gaben diesem Bau Geleit.
Man baute daran sieben Jahr.
Gott, schütz ihn jetzt und immerdar.
(Rietberg, 1946)

Foto: Helmut Achilles, Ostfalen/NiedersachsenL
Laß Hasser hassen
und Neider neiden,
Was Gott Dir schickt
das mußt Du leiden.
(Weicherting bei Traunstein)

Leb ehrbarlich und frag nicht hoch,
was andre Leut dir sagen nach;
denn es in deiner Macht nicht steht,
was dieser oder jener redt.
(Schweiz)

Lebt ein Mensch gleich vil hundert jahr
So wurdt er doch am endt gewar,
Daß diß leben gleicht dem windt,
Der hin fert und verbirgt sich geschwindt.

Legt fest den Grund,
fügt Stein an Stein
mit Winkel, Maß und Senkel;
Ihr baut das Haus nicht euch allein,
Ihr baut es auch dem Enkel.

Liebe Gott
und trinke Bier
bist ein guter Gast
allhier

Liebe und Treu ist dansz verbei
Missgunsz regieret nicht mer
nev. Hofart regiertt die weldt
wol dem der lebet wie Got gefellt
(Herten, 1786)

Lieber entzwei, als einmal untreu.

Lienau heet ick,
wat recht und god is,
dat weet ick,
Gott gevt dato,
dat ick´t ok do.

Lug, Untreu, Tücke, falschem Schein
Soll dieses Haus verschlossen sein.
Dein Leib verwest, dein Häus verfällt,
Staub wird einst alle Erdenwelt,
Doch niemals stirbt, was Menschenkraft
Im Geist und in der Wahrheit schafft.
Dem Scheidenden ein frohes Wiedersehn,
Dem Eingang Frieden und Genuß.
Gruß den Wanderern, die vorübergehen.

Lustig geferde macht kurze meilen.
Luthers Lehr vergehet nun und nimmermehr
(Wolfsburg-Fallersleben)

M
Mag draußen die Welt ihr Wesen treiben,
mein Heim soll meine Ruhstatt bleiben.

Man bauet Häuser hoch und fest
und sind darin nur fremde Gäst
wo wir aber sollen ewig sein
da bauen wir gar wenig ein.
1764 K(arner pinxit)
(Mittenwald/Obb., bei Holbeck)

Man reißt das Haus nicht ein
Das Väter uns erbaut
Doch richtet man sich’s ein,
Wie mans am liebsten schaut.
(Lenggries/Obb., 1908)
Das Haus wurde 1469
erstmals urkdl. erwähnt


Mancher ist arm bei großem Gut,
und mancher ist reich bei Armuth.
(Hildesheim, 1560)

Maria Leiden waren groß
Da Jesus lag in ihrer schoss
O betrübte Muetter bitt für vnß bei Gott
Absonderlich in den Todt
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Vorderfront:
Erdgeschoß rechts,
mit einem Bild der Pietà


Mein Handwerk das ist gar so schwer,
Die Hitze plagt mich gar so sehr.
Doch freut es mich ein Schmied zu sein,
für Eisen nehm ich Silber ein.
(Worringen bei Memmingen)
an einer Schmiede


Mein Haus hab ich miesen pauen,
blos wegen groser wasser Noth,
im Wittib Stand bin ich gewesen,
das weis der Liebe Gott.
(Witzldorf bei Vilsbiburg/Ndb., 1814)

Mein Haus ist meine Welt
Grüß’ Gott, wem’s drinn gefällt.
    Friede im Haus
    Bringt Glück voraus
Flüchtig ist die Zeit
Morgen ist nicht heut.
(Feilnbach bei Bad Aibling/Obb)

Mensch sei nicht so eitel,
geh nicht so hoch hinaus,
4 große und 2 kleine Bretter
sind einst dein letztes Haus.

Merk' es Dir, ergrauter Vater,
sag' es auch dem Mütterlein:
Soll Dein letzter Lebensabend
schön und ohne Sorgen sein,
dann gib die erworb'nen Güter
so früh nicht an die Kinder ab;
sonst hast Du im Alter Sorgen, und sie wünschen Dich ins Grab!
Wer besitzt, den wird man achten,
Kindesdank ist Seltenheit.
Brot zu betteln heißt verschmachten,
Brot zu geben, Seligkeit.

Metdelen und wat giewen
mäk nich aam.
(Münster)

Misgunst den Menschen
kan nicht schaden.
Was Got wil mus geschehn.
(Herten, 1825)

Mit deiner Hilfe sieh uns an
Hunger und Pest halte hindan
Vor dem Feinde schütze uns fortan
In Todesnot nimm dich unserer an.
(Bad/Tölz/Obb.)
Sporerhaus
unter einem Marienbild


Mit dem Raifen
bind ich das Fas.
Ach wie lust mich
Nach dem Praunen Glas.
Wann alle Gläser Fäser wern,
Hett ich zu Bindten alle Herrn.
(Michaelbeurern/Salzburg)
auf dem Hausschild eines Faßbinders


Mit Geben wuchert man am besten.

Mit Gottes Hilf und Macht
zur Notdurft, nicht zur Pracht,
hab ich dies Haus gemacht.

Mit Gott fang an mit Gott hör auf
das ist der schönste Lebenslauf.
(Herten, 1842)

Mit Gott thu alles fangen an
So wirst du glück und segen han.
Des Menschen flis gar nichts gelingt
Wan Gott nicht seinen segen bringt.
(Ried, 1769)

Mit Gott will ich in allen Sachen
Den Anfang und das Ende machen;
Wird Gott mir selber alles sein,
so stellt sich lauter Segen ein.
(Dreileben, 1862).

Mit Gottes Hülf fang Alles an,
so wirds ein guten Fortgang han.
(Niedersachsen)

Morgens wenn die Erde taut
frühe eh´ der Tag noch graut
müßen Bäcker wachen
Brod und Semel bachen
dieß wäre eine feine Kunst
hätten sie das Mehl umsunst.
(Isen/Obb.)

Mög’ Alle, die an mir vorüberschreiten,
ein guter Stern durchs Leben leiten.
(München)

Mörtel und Stein thuns nicht allein,
Glück muß drinnen sein.

Mutter voll der Lieb und Gnade,
Leit uns auf der Tugend Pfade,
Mach uns dir an Unschuld gleich,
Zeig den Weg ins Himmelreich,
Das wir denn mit Freunden gehen,
Jesum stets mit dir zu sehen.
(Siegsdorf/Obb.)
Oberebner

Foto: Helmut Achilles, Ostfalen/NiedersachsenN
Nach gutem Alten
Neu zu gestalten
Am schönen Neuen
Sich zu erfreuen
Wird niemand gereuen.

Naht das Glück
sich deinem Haus,
fang’s und halt’s
und laß’s nit aus!
(bei Obernberg/Oberösterreich)

Neu zu bauen waren wir gezwungen,
mit Gottes Hülfe ist es uns gelungen.

Nicht gar arm und nicht gar reich,
Mit dem Nächsten recht und gleich,
Brot in Noth und eine Hütte:
Das ist meine gromme Bitte.
(Nußbach)

Nicht Kunst,
nicht Fleiß, nicht Arbeit nützt.
Wenn Gott der Herr das Haus nicht schützt.
(Osterode am Harz)

Nichts edlers hab ich
auff erden funden
als trew von hertzen
und still von munde.

Nimm dich selbst bei deiner Nas
Eh du andere tadeln willst,
Schändlich ist, wenn ein Esel
Einen Anderen Langohr schilt.
(Lehengütingen bei Dinkelsbühl/Mittelfranken)

Nit schedtlichers ist auff Erden,
als anders meinen dann reden.

O
O daß ich könnt ein schloß
an myn mund legen
und ein vest sigel
uff myn maul trücken,
daß ich dadurch nit in Fal keme
und myn Zung mich nit verderbte.
(Turbenthal)

O Gott bewahre diese scheir,
und die pfarey vohr brand,
Unheil und Feir.
(Illerbeuren, 1819)
Bauernhofmuseum, Grieshof


O Gott
bewahre dieses Haus
vor Unglück und Brand
Und die darin wohnen
vor Sünd und Schand.
(Vättis/Schweiz, 1791)

O Gott
bewahre dieses Haus
wer da gehet ein und aus
wer auf Got vertraut
hat wol gebaut
(Herten, 1790)

O heiliger Sebastian beschütze uns vor
dem zeitlichen u. ewigen Feuer.
O heiliger Johannes Nepomuck,
beschütz uns vor allen Ibel
Leibs u. Seele.
(Assing/Obb.)
beim Lindweber


O heiliger
St. Florian und St. Sebastian
Wir rufen Euch um
Schutz und Vorbitt an.
Daß der barmherzige Gott
uns gnädig möcht bewahren
Vor Krankheit und Pestilenz,
wie auch vor Feuers Gefahren.
(Parsch bei Salzburg)

O, Herr! wende jedes Unglück ab,
von dieser Stunde bis ins Grab,
Wir bitten mit erhob´nen Händen
jedes Unglück abzuwenden.
(Stalling bei Palling/Obb., 1862)

O könnten wir doch hier auf Erden
Und auch dort im Himmelreich
An Liebe denen Engel gleich,
und lauter Seraphine werden.

Erlös uns einst, du guter Gott
Aus jedem Kummer jeder Noth
Und nimm uns nach vollbrachtem Lauf
In jenes bessere Leben auf.

Herr Himmel und der Erd,
Wollst dieses Haus beschützen
Vor Krankheit, Pestilenz, und
Wilden Feuers blützen.

Und lasse uns dereinst,
in deinem Hause wohnen,
Bey allen deinen Heiligen,
bey Englen und bei Frommen.
(hinter Zell bei Ruhpolding/Obb.)
Hallwegenhof


O Maria, Jungkfraw rein,
Laß uns Ewig bei dir seyn,
Beschütze unser Hauß und Rinder,
Und die ochsen die Kinder!
(Saalfelden im Pinzgau/Salzburg)

O Mensch betracht mich recht
Ich bin der arme Niemand
und aller Menschen Knecht.
Mir ist das Gesicht verbunden,
daß ich nicht sehen kann
der Menschen Dun und Lassen
worumb sie mich hassen
und gar oft lügen an;
was immer beseß geschich
ob wollen Ehr nit sicht
so hatt erß doch getan.

Wer bautt an die gasen
mueß alle Reden lasen
die leitt, die Retten vill
ich due mein dail denchen
und schweige immer stil.
der niemand hats erbautt,
der niemand hatts gemohllen,
der Niemand duett drein zallen
so derfs im auch nit gefalen.
(abgebildet ein Mann mit
verbundenen Augen)
(Garmisch/Obb., 1767)


O Richter richte recht,
Du pist Herr und ich pin Gnecht,
Wie du Richter richtest mich,
So wird Gott Richter richten dich.
(Massing/Niederbayern)

Ohn Arbeit soltu nimmer seyn,
arbeit gewinnet feuer aus dem stein.

Ohne Fleiss von früh bis spat
wird dir nichts geraten
Neid sieht nur das Rosenbeet
aber nicht den Spaten.

Ora.
Du Vater,
du rate und lenke
Du und wende.
Herr, Dir in die Hände
sei Anfang und Ende,
sei alles gelegt.
Anno 1950.
Labora
(Osterfeine)

P
Papiergeld kam in diesem Jahr,
Das ist kein festes Geld fürwahr.
Ich, Kugler, bau massiv von Stein,
Das wird gewiß viel fester sein.
Papiergeld ist jetzt in der Welt,
Die Kronentaler schwinden,
Wird man, wenn dieser Bau zerfällt,
Auch solches Geld noch finden?
(Sittenhardt Hall/Tirol, 1850)
an einer Scheune


Pauen einen jeden zu gefallen
das ist unmöglich
Ich hab Baut nach meinen Sinn
Den es nit gfalt der geht nur hin
Ich hab gebaut um mein Geld
Drum hab ich gebaut wies mir gefält
Die Leute muß man reden lassen
Wohl zu Haus wie auf der Gasen
Es mag mir einer wünschen was er will
So gschieht´s doch wies Gott
haben will.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Seitenfront


Pestilenz und Noth ein Uebel ist,
Krieg ein arger Zeitvertreib,
Schlimmer als des Teufels
Tück und List,
Gott behüt uns,
ist ein böses Weib.
(Bognergasse, Wien)

R
Raue Stöck und rauhe Stein
Werden durchs Behauen fein.

Recht tut, wer tut, was Lohnes wert
und doch des Lohnes nicht begehrt.

Rumlich, christlich, auch tröstlich ist,
Daß man zu keiner Zeit vergißt
Der alten lieben Vorfahren,
Die vor uns in dem Leben waren.

Foto: Helmut Achilles, Ostfalen/NiedersachsenS
Sag nichts hinein, sag nichts hinaus.
So bleibt der Friede stets im Haus.

S. Posthianus
Glickselig im Himmel Heißet
Der d´Fahlstrick der Welt zerreißet.
(Schwandorf/Opf.)
unter einem Bild, das einen Seiler bei der Arbeit vorstellt und wie ihm ein Engel das Rad dreht


Salz und Brot
Leben ohne Not
Das walt Gott.

Sag nichts herein, sag nichts hinaus
so bleibt der Frieden in meinem Haus.
Wer bauen will bei der Strassen,
Der muß die Leute reden lassen,
Wanns nur dem gefalt der uns bezahlt.
(Hagenberg/Obb., 1786)

Schauge auf dich und nicht auf mich
Thute ich unrecht so hiete dich
Liebe Gott u. auch den negsten dein
wirst hier und dorth glichsellig sein.
(Mittenwald, 1797)

SChelt und fLueCh nit
in Meinem Hauß,
gehe mir Lieber zu Der Thür hinaus.
(Chronogramm 1800)
(bei Siegsdorf/Obb.)
Höpflinger Mühle


Schon viermal hat des Feuers Wut
Zerstöret dieses schöne Gut
Durch Blitze, Krieg u. Frevele Tat
Verzweifelt niemals denn es naht
Stets sichere Hilfe von dem Herrn
Und bringt Ersatz gewiß und gern
1831      1870      1881      1945
(Binswangen/Schwaben)
am Stadel des Bauernhofes Bergstr. 14


Schütze diese Haus
vor Not und Feuer
lieber Gott, es war sehr teuer
(Osterode am Harz)

Schweig still, zu Hause bleib,
mit Fleiß dein Arbeit treib.
(1575)

Schweigen, dulden, lachen,
hilft zu manchen Sachen.

Segen ströme
über dieses Haus von oben,
alle Hammerstreiche sollen
den, der segnet, loben.
(Innsbruck)

Seggen is licht, Do´n, dat wiggt.

Sei bereit,
Glück und Leid wechseln allzeit;
aber das Leid braucht die längste Zeit.

Sei Du mir ein Schutz Got
und ein Haus der Zuflucht
damit Du mich erhaltest
(Herten, 1812)

Seine Pflicht zur Lust sich machen,
wer´s getan, hat leichte Sachen.

Seine Pflichten nie versäumen,
ist mehr als große Dinge träumen.

Selten der verdirbt,
der nach Treue wirbt.
(1630)

Siebzig Jahre, sprich drei minder
Gründete für Kindeskinder
Dieses Haus Johannes Binder.
(Augsburg/Schwaben)

Sieh her, ich biete leicht
Der Sonne Trutz:
Soweit mein Schatten reicht,
Reicht auch mein Schutz.
(Max Dingler)

So dir alles wohl gelingen,
Bau auf Gott in allen Dingen.

Gott den Vater laß ich walten,
Er hat schon lange Haus gehalten,
Gott den Sohn den bet ich an,
Was er thut ist wohlgethan.
Gott em heiligen Geist zugleich
Gebühret Lob in Ewigkeit.
(Teisendorf/Obb.)

So es Gott behagt
Besser beneidet als beklagt
(Danzig ca 1750, seit 2013 auch D 77704 Oberkirch)

Soli ei deo gloria
Die Ehre sei Gottes
(Herten, 1844)

Steh fest, mein Haus
im Weltgebraus!
Richard Dehmel)

Steter Mut und gleicher Sinn,
macht beständigen Gewinn.

T
Thu´ allzeit recht,
scheu´ Niemand nicht,
Laß dich nicht irren, was man spricht;
Ob du gleich Vielen nicht gefällst,
Wenn du nur Gottes Huld behälst.
(Hamburg, 1844)

Thu das deine,
so thut Gott das Seine.

Thu recht, steh fest,
kehr dich nicht dran
Wenn dich auch tadelt
manche ein Mann;
Der muß noch kommen auf die Welt,
Der thut, was jedem Narrn gefällt.

Tu allzeit recht, scheu niemand nicht,
Laß dich nicht irren, was man spricht!
Ob du gleich vielen nicht gefällst,
Wenn du nur Gottes Huld behälst.

U
Ueberfluß macht Ueberdruß.

Um Glück und Segen bitt ich Dich,
Großer Gott erhöre mich,
Was Gott will, das muß geschehen,
Wenns die Leute auch nicht sehen,
Sind dagegen noch so viel,
Muß geschehen was Gott will.
(Bayrisch Gmain/Obb.)
Gasthof Obermühle
(Heining bei Laufen/Obb.,1732)


Unglück ist
besser zu regieren
als Glück.

Unseren Eingang segne Gott
Unsern Ausgang gleicher Maßen
Segne unser täglich Brod
Segne unser Thun und Lassen
Segne unser Seelig Streben
Und nimm uns auf zum Himmelsleben.
(Beim Auerbach/Opf.)

Unverdrossen und allgemach
verrichtet man die schwerste Sach.

Unvergeßlich ist mir der Tag
Dort wie mein Haus und Vieh
in Asche lag,
Doch hab ich
noch auf Gottes Wort vertraut
Und hab mit Menschen Hilfe aufgebaut.
Leb ich mit Gott zufrieden.
(Saaldorf/Obb.)
am Haus eines Zimmermeisters


Us Lüe, us Hus, us Veh, us Land
nimm her Gott in Din starke Hand.
(Herzog in Greven, 1949)

V
Verachte nicht Mich und die Meinigen,
Betrachte zuvor Dich und die Deinigen,
Findest Du ohne Fehler Dich,
Dann komm und verachte mich.
Ich lach dazu und denk dabei,
Kein Mensch auf der Welt ist fehlerfrei.
(Liefering/Salzburg)

Verschwiegenheit nutzt alle Zeit;
Geschwätzigkeit bringt Herzeleid.

Vertrau auf Gott, doch auch auf deine eigne Kraft,
Gott segnet nur, was du dir selbst geschafft.

Viel denken, wenig sagen
Deine Not nicht jeden klagen
Dich in Glück und Unglück
willig schicken,
Ist eins der größten Meisterstücken.
(Wanghausen/Oberösterreich)
  Viele kümmern sich um Sachen,
Die ihnen viel Sorge und Kummer machen,
Aber ich will dnach ringen,
Was mir die Seligkeit wird bringen.
(aus der Altmark)

Viel lieber gestritten
und ehrlich gestorben,
als Freyheit verloren
und Seele verdorben.
(Straßburg)

Viel sehen, hören, wenig sagen,
ist gut und nutz in allen Tagen.

Viele Köpfe viele Sinnen
Wer macht’s recht in allen Dingen?
Einigkeit ein festes Band
Hält zusammen Leut und Land.
(Rosenheim/Obb.)

Viele Menschen gibt’s auf dieser Welt
Streben alle nach dem guten Geld!
Und wenn sie das erwerben,
So legen sie sich und sterben.
(Rainhausen/Obf.)

Vier Dinge kommen nicht zurück:
das gesprochene Wort,
der abgeschossene Pfeil,
das vergangene Leben
und die versäumte Gelegenheit.

Vil bedenke, wenig sage,
deine noth nit jedem klage,

Herr vil thue nit mit wort
sey behuetsam aller ort,
in jedem Wort halt du zurücke
so machst du eines Wayßen Stücke.
(Illerbeuren/Allgäu, 1791)
Bauernmuseum - Zehntstadel


Vivat zur Rechten,
Vivat zur Linken,
redliche Freudschaft
versüsset das Trinken.
(Bad Tölz)
ehem. am Weinhaus Schweighofer


Von dem Grundstein bis zum Dach
Ging es an die blanken Thaler,
Unverdrossen blieb der Zahler,
Glaubte was der Weise sprach:
Jung einst, alt nun, reif zum Sterben
hab ich des Gerechten Erben
Ungesegnet nie gesehn.

Von der Mutter schon als Kind,
lernten Deutsch wir beten,
wollen einst auch Deutsch gesinnt,
vor den Herrgott treten.
(Kirchberg/Ndb.)
in der Buckligen Welt,
an einem Schulhaus
renov. 1972


Von mir erdacht, von mir erbaut,
sollst mir ein Heim sein, lieb und traut.

Foto: Helmut Achilles, Ostfalen/NiedersachsenW
Wan ich due waß Gott will,
So duet Gott auch waß ich will,
Due ich aber was widerspill,
So duet Gott auch waß er will.
(Stubaital/Tirol)

Wann das Feuer nit genommen
hätt yber Hand,
Wer dieß Haus niht kommen
in Brand,
Unßere sünden zintenß an
Und der NIemand hats gethan.
(Mittenwald/Obb., 1764)

Wann die Esel Flöten blasen
Und Schnecken springen wie die Hasen,
Wenn mein Weib tut nimmer zanken,
Dann erst soll dieser Giebel wanken.
Wann du willst in Himmel Gott ansehen
Muest allhier den Creyz-weeg gehen
Creyz u. Leyden hat Gott geben
Da wir können ewig leben
Wer das Creyz haat und flieht
Die Höllen an sich zieht
Wer in Creyz und leyden geduldig ist
Diß der Rechte Weg zum Himmel ist.
(Wörnsmühle im Leitzachtal/Obb.)
Wiedenbauer, 1722
Vorderfront:
Erdgeschoß, links von der Eingangstür


Wanns trüb hergeht,
nicht trostlos sein,
auf Regen folget Sonnenschein.

Was an meines Vaters Haus
Einstens stand, das steht auch hier,
Nimmer bleibt der Segen aus,
Wo solcher Spruch des Hauses Zier.
(Gnigl bei Salzburg, 1861)

Was bist du in der Welt?
Ein Gast, ein Fremdling
und ein Wanderer;
Wenn du kurze Zeit
hausgehalten hast,
So erbt dein Geld ein anderer.
(Arrich)

Was du ererbt von deinen Vätern
Erwirb es, um es zu besitzen.

Was hilft Wächter,
Rath, Beistand, Nacht,
wenn Gott nicht stehet,
schützt und wacht.
(Niedersachsen)

Was ich in Sorg und Müh gebaut
kann ich nicht lang besitzen
Dieses Haus, das Gott mir anvertraut
wird einst ein Anderer nietzen.
Ein Anderer kommt und nimmt es ein
dann werd ich vergessen sein.
18 Hans Jann Barbara Kaspar 29
(Klosters in Prättigau/Schweiz)

Was kann doch auff Erden
geliebet mer werden
als süßes Gesang.
Was Tribet von hertzen
behender die schmertzen,
als lieblicher Klang.
(Wald, 1762)

Was kommt im Jahr,
kannst´ nit durchschau´n,
mußt wagen und
auf Gott vertrau´n!

Was leicht erworben,
scheint nicht teuer;
was sauer ward,
ist doppelt euer.

Wassertrinken heilt den Magen
Neue Kräfte gibt das Baden.
(Bad Mainstadt/Südtirol)

Was wir erwirkt
Der Erde Frucht
Ist hier geborgen.
Des Lebens Frucht
Der Friedhof birgt
Vielleicht schon morgen.
(Steinkirchen/Mühldorf an einem Haus gegenüber des Friedhofs)

Wechselnde Pfade, Schatten und Licht,
alles ist Gnade, fürchte Dich nicht.
(Baltikum)

Wegen dem Denken
kann man einen nicht henken,
abr wegen dem Sagen
gar oft aufs Maul schlagen.

Weise Sprüche gute Lehren
Soll man üben, nicht blosz hören
(Herten, 1858)

Weiße Raaben, schwarzer Schnee,
Keusche Jungfern, blauer Klee,
Treue Freunde in den Nöthen,
Sind die größten Raritäten.
(Innsbruck/Tirol)

Wem Gott will dem giebt er viel
An seinen Segen ist alles gelegen
Aus unbedachten Reden
Kommen viel Sünd und Schäden
Der ist gescheit und voller List
Der seiner Zunge Meister ist.
(Bei Auerbach/Obpf.)

Wenn dich die Lästerzunge sticht,
So laß es dir zum Troste sagen,
Die schlechten Früchte sind es nicht,
Woran die Wespen nagen.
(Traunstein/Obb.)

Wenn dies Haus so lange steht
Bis auf der Welt der Neid vergeht,
So steht es nicht nur lange Zeit,
Es steht bis in die Ewigkeit.

Wenn dir mei´ Haus net g´fallt,
ja, sag´, hast du´s denn zahlt?
I hab´s do baut für mi,
dees mirk dir, net für di!
(Aloys Dreyer)

Wenn einer in das Haus reingeht
und sein Sinn nach Stehlen steht,
der bleibe lieber draußen,
main Katz kann selber mausen.

Wenn einer tausend Tugend übt,
Und nur ein einzig Laster trübt,
Die Tugend wird vergessen,
Das Laster wird gemessen.
(Aargau)

Wenn Hass und Neid
würd brennen wie das Feuer,
So stünd weder Haus noch Scheuer.
Wurde aber durch Gottes Hülf
aufgericht den 5. Tag May
der Jahres tausend
achthundert fünfzig und fünf.
(Maur, Kanton Zürich)

Wenn ich könnt die Jungfern zieren,
Wie die Häuser renovieren,
Wäre ich Meister in der Welt
Und hätte mehr als jetzt an Geld.
(Bad Aiblingen)
am Wohnhaus eines Mahlers


Wenn in der Welt ein Handwerksmann
Sein Fleiß und Mut tut wenden an,
Tragt solches ihm sein Nahrung ein,
Wie immer mag das Wetter sein.
(Tegernsee)

Wenn wir schiffen,
Wenn wir gehen,
Laß uns Jesum beistehen
Als Leit-und Gnadenstern.
(Oberndorf a. d. Salzach/Salzburg)

Wer alles erhält
erhalte auch mich
(Herten, 1797)

Wer allzeit suchet feyertag,
nimmer kunst erlangen mag.

Wer am Wege baut hat viele Meister.

Wer an Gott geglaubt
und auf Gott vertraut
der hat wohl gebaut
(Herten, 1767)

Wer an Gott glaubet
und auf Gott vertrauet
der hat wol gebauet
Gott bewahre uns
vor Feuer und Brand.
Hunger und Krieg
wende von dannen
(Herten, 1779)

Wer Andere will verachten,
Soll sich selbst betrachten.
Ist er fehler- und tadelfrei,
So dank´ er Gott,
daß er in diesem Stande sei.
(Schweiz)

Wer auf Got vertrauet,
hat wolgebauet
dän im schadet kein Feuer
und keine Diebe
wan er verhaftet in Gottes Liebe
(Herten, 1782)

Wer auf Got vertraut,
hat wol gebaut
Es gehe wie es gehe
Mein Vater in der Höhe
Der weis zu allen Dingen Rat
(Herten, 1789)

Wer auf Got vertraut,
hat wol gebaut
Gott ist allein der Glauben
Helt sonst ist kein Glaub
(Herten, 1783)

Wer auf Gott vertraut,
hat wohl gebaut
im Himmel und auf Erden.

Wer auf Gott vertraut,
hat wol gebaut
wie gröser der Misgunst
wie besser das Gluck
gehet
stehet
Diesen Bau ist fil von gesagt
doch glucklich so weit gebracht
(Herten, 1781)

Wer aus und eingehet der gedenck
das der Her Jesus Crist
der rechte Weg zum Himmel ist
(Herten, 1783)

Wer bauen will an der Straßen,
Der muß die Leute reden lassen.
Der eine gafft von vorn,
Der ander gafft von hinten,
Ein Jeder wird zu tadeln finden.
(Bei Palling/Obb.)

Wer bauent thut ein schönes Haus,
Dem geht oft’s Geld im Beutel aus.
Ich bau dies Haus nach meinem Sinn,
Gott schütz und schirm uns alle drin.
(Arnsdorf bei Salzburg)

Wer bauet an der Straßen,
Muß die Leute reden laßen,
Gott gib mir die Gnad dazu,
Daß ich niemand Unrecht thu.
Den gefällts dem andern nicht,
Den Brein, der einen nicht brennt,
Den soll er blasen nicht.
(Gamp bei Hallein/Salzburg)

Wer baut an Straßen
muß die Welt reden lassen!
(Höhenmühringen bei Horb)

Wer bawen will an freier straßen,
mus sich viel unnütz geswetz
nicht irren lassen.
(Hildesheim, 1611)

Wer bey dem Wege bawet,
der hat vil meyster.

Wer da bauet an den Strassen,
Muss die Leute reden lassen.
(Immenstaad)

Wer das Creutz thut herrlich lieben
Wird Jesu Kindlein nicht betrieben.
K(arner) Pinxit.
(Wallgau/Obb., 1765)

Wer dieses Haus nicht ehrt,
ist dieses Haus nicht wert.
(Tirol)

Wer dir Fremdes tragt ins Haus,
Tragt auch solches von dir hinaus,
Wer dir Fehler von anderen erzählt,
Erzählt auch die deinen der Welt.
(Scheffau in Unterinntal/Tirol)

Wer dise Dur aus und einget
der gedencke an:
der Her Jesu Christ
dieses Haus ein Schuetzer ist
(Herten, 1797)

Wer durch diese Tür geht ein,
Der soll von Gott gesegnet sein!
(aus Mecklenburg)

Wer einen Aufenthalt
will genießen in Ruh’
Der wandere der Eulau zu,
Frei von Leid bleib allezeit,
Gottes Segen auf deinen Wegen.
(bei Feilnbach/Obb.)

Wer keine Sorg und Leiden hat,
der lösch mir diesen Reimen ab.

Wer Gott vertraut hat wol gebauth
(Wolfsburg-Fallersleben)

Wer Gott vertraut
und seinen alten Platz bebaut,
der wird bewahrt in jeder Art.

Wer guter Meinung kommt herein,
der soll uns lieb und willkomm sein;
wer aber anders kommt herfür,
der bleibe lieber vor der Tür.
(Schweiz)

Wer mich kennt und mich beim Namen nennt,
dem gebe Gott, was er mir gönnt.
(Lennestadt im Sauerland)

Wer nicht ziemlich reden kann,
dem steht Schweigen besser an.
(Schwaben)

Wer nit ruhet in seiner Arbeit,
mags nit ertragen lange Zeit.

Wer säet und die Saat nicht pflegt,
hat umsonst die Hand bewegt.

Wer sein gud In diesen Jaren,
Vor dem Dieben kann bewahren,
Nichts darf gewen dem soldaden
grichtschreibern und Advokaten
lewet gesund hat dreis gesind
ein freindlichs Weib
ein gehorsams Kind
ein eigens Haus, darzu sein Brod,
der sei vergnicht und danke Gott!
(Amberg/Opf., 1693)

Wer seine redt nit sparen kan,
der wirdt genandt ein Narrisch man.

Wer seine Zung nicht zügeln kann
und Uebel redt von Jedermann,
derselbig wiß zu dieser Frist,
daß ihm mein Haus verboten ist.
(Frankfurt, 1607)

Wer seiner Zungen hat Gewalt,
der wird in Ehren grau und alt.

Wer sich bei sich selbst sucht,
der findet sich am gewissesten.

Wer Verlornes beklagen thut,
der hat selten guten Muth.

Wer will bauen auf offener Straßen,
Muß die Leut reden lassen,
Der eine gafft von vorn,
der eine hinten,
Wird jeder was zu tadeln finden.
(Kollern)

Wer will die Röslein riechen,
muß durch die Dörnlein kriechen.

Wi willt nao echt westfölsker Art
De Buerie hier hiägen,
Met Gottes Hölp un use Kraft
Dat ganze Land to´n Siägen.

Wie der Schnabel, so die Lieder,
wie der Flug, so das Gefieder.

Wie dieser Stiefel umgekehrt,
So ist die Welt jetzt aufgeklärt,
Und wenn es wird
einst anders werden,
So kommt der Absatz auf die Erden.
(Hopfgarten/Tirol)
am Haus eines Schusters;
ein umgekehrter Stiefel aufgemalt


Wie geht es immer zu
die mich hassen
den ich nichts thu
die mir nichts gönnen
auch nichts geben
die müssen doch leiden das ich lebe
der Seegen des Herren machet reich ohne Müh
(Fachwerkhaus aus dem Jahr 1753 in Ostwestfalen-Lippe

Wie sich einer schickt,
also es ihm glückt.

Wier bauen Häuser hübsch und fest,
Und wohnen darin nur fremde Gäst
Doch wo wier sollen ewig sein,
Da bauen wier so wenig ein,
Bei Gott sind alle Menschen gleich,
Sie mögen arm sein, oder reich,
Verachtet, oder vornehm sein,
Gott sieht auf Tugend nur allein.
(Bidingen/Schwaben, 1857)

Will ein Freind ins Haus eintreten,
der kommt nie zu früh,
Andre so sind ungebeten,
finden d’Haustuer zu.
(St. Walburg, Ultental/Südtirol)

Will ich das harte Eisen schmieden,
So macht ichs erst in Flammen weich,
So wirst Du in dem Trübsalofen
Erst tauglich für das Himmelreich.
(Dürrenzimmern bei Nördlich/Schwaben)

Willkommen, Fremdling oder Freund,
Sollst sorglos bei uns weilen,
Und all was Herz und Haus dir beut
Recht fröhlich mit uns teilen.
(Schloß Hart bei Graz/Steiermark)

Willst einen morschen Baum
du schützen,
Darfst du ihn nicht mit Gerten stützen.
(Altomünster/Obb.)

Willtu andere leuth straffen und lehren,
so thu dich zum ersten bekehren.

Wir bauen fest auf die erden
und es sollte ewig werden
und es gefille dem Hausherrn schon,
und wann es ewig werden konnt.
1900   G.J.G.
(Urschlau bei Ruhpolding/Obb.)

Wir bauten nicht aus Übermut und Pracht
des Feuers Glut und Flammen hat uns dazu gebracht.

Wir bauwend Hüsser und Palläst
Und sind doch all nur fremde Gest.
Und da wir sollend ewig sin
Da bauwend wir ganz wenig in.
(Babenbülch)

Wir bauen Häuser groß und fest
Und sind darinnen nur als Gäst.

Wir haben den Stadel gebaut,
Nach dem Bauern sein Verlangen,
Wir danken für den Lohn,
Den wir empfangen.
(Oberneukirchen bei Kraiburg/Obb.)
Inschrift der Handwerker


Wir leben hier auf dieser Welt
Nur eine kurze Zeit,
Es ruft uns Gott, wanns ihm gefällt
Schnell in die Ewigkeit.
So ging es mir als ich dieß Haus,
Von Grund aus neu erbaute,
Da ruft mir Gott in einer Zeit
Wo ich es gar nicht glaubte.
Schnell durch einen Pferdeschlag,
War mein Lebensblatt gewendet,
Und ich hab in kurzer Zeit
Mein Leben hier geendet.
 - Erbaut 1845, vollendet 1847.
(Neunkirchen a. d. Alz/Obb.)
beim Mojerbauer


Wir leben so dahin
und nehmen nicht in acht,
daß jeder Augenblick
das Leben kürzer macht.
(Inntal)

Wir Menschen trachten
nach hohen Dingen,
und wenn wir sie erwerben,
legen wir uns nieder und sterben.
(Goslar, 1668)

Wird ein Pferd vom Schuh gedrückt,
Statt zum Schuster geh zum Schmied
Nur zum rechten Schmied geschickt,
Daß der Sach Genüg geschicht.
Stets erhalte so den Huf,
wie der Schöpfer ihn erschuf.

Gib ihm auch bei guter Pfleg’
ein naturgemäß Beschläg.
Bedenke wohl, ein lahmes Pferd
hat für niemand einen Wert
Und wird als unnützer Gast,
Seinem Herrn oft nur zur Last.
(Kothmaißling bei Cham)

Wird Gott der Herr mir gnädig sein
kommt hier kein Advokat hinein.
(St. Pölten/Niederösterreich)

Wo der Herr nicht das Haus baut,
so arbeiten umsonst,
die daran bauen.
(Psalm 127)

Wo der Herr nicht das Haus bauet so arbeiten umsonst die daran bauen
Gott sey uns gnädig und seegne uns
Johann Cordt Hagemeister
und Anna Ylsebein Sölters
Die haben dis Haus mit der Hülfe Gottes lassen bauen
das irdische Haus o lieber Christ
eine kleine Weile die Herberge ist
das himmlischer o frommer Christ
deine Wiges gut und Erbtheil ist
oh Herr hilf
Herrias alles wohl gelingen
den 6 July anno 1753 MW-Y-HE-SCH F
(Fachwerkhaus aus dem Jahr 1753 in Ostwestfalen-Lippe

Wo du sitzest, da sitze feste.
Alter Sitz ist stets der beste.

Wo einer dir ein leids gethan,
sollst du ein kurz gedächtnis han.
(Wartburg)

Wo Gott nicht gibt dem Haus sein Gunst,
da ist all unser Bauen umsonst.

Wo Gott zum Haus nöt gibt sein Gunst,
do arbat jedermann umsunst.
(Bad/Tölz/Obb.)
Sporerhaus


Wohl dem, der sein Haus durch Gotts Gnad
Mit Recht baut ohn seins nechsten schad,
der sich vleisig und redlich nehrt
und fürlieb nimmt was Gott beschert.

Wo Isen ligg,
wo Eken wasst,
Dao wasst auck Lü,
de daobi passt.
(Westfalen)

Wo Lieb und Frieden im Verein
Und Herz und Kammer blank und rein,
Da brauchts nur eine Hütte klein,
Um schon im Paradies zu sein.

Wo Liebe ist, da ist auch Friede,
wo Friede ist, da ist auch Gott.
(Alleringhausen)

Wo Menschen wandeln,
ein menschlich Handeln.
(Lans)

Wo Schwalben nisten,
da wohnt das Glück.

Wohlstand ist Dir nur gegeben,
daß auch andere davon leben.

Wohltat, die bei Zeit geschicht,
dieselb ist doppelt ausgericht´t.

Wuor Eilermark un Uppermark
sick reekt de Hand,
De erste Höcht van´n Windmüell´nberg
strickt sacht düört Land,
Wuor dräi Kosaken mäöken gaw
wir kehrt bi Eskus früör
Un Eeken olle Leeder sust
gas dicht vüör dine Düör,
Duor stäß du läig un faß
mett Gott in schwoere Tied,
Dat Diärde Maol vergöttert
trots Stür van olle Siet.
(Gronau, 1921)

Z
Zu vieles Neue stört alte Treue.

Zum Morgenstern, so ist benannt
dieß Haus, so steh in Gottes Hand
Solang die Isar strömt vorbei
Steh Gott ihm stets in Gnaden bei.
Und die darinnen ihr Gezelt,
Zur Pilgerschaft für diese Welt
Aufschlugen, sollen Gott den Herrn
Erkennen auch im Morgenstern.
(München, Am Gries, 1875)
an einem Gasthaus


Zur Weihnachtszeit, als sieben Jahr
des Weltkreigs Not vorüber war,
bin ich mit Stumpf und Stiel verbrannt.
In alter Weise neu erbaut,
sei ich aufs neue anvertraut
der Menschen Gunst und Gottes Hand.
(Rietberg, 1962)

Zwei Hundert Jahre
sah ich schon ins Land
bevor ich hier
zu altem Glanze neu erstand
Nun schütze weiter mich des HERRGOTTS gnädige Hand.
Anno Domini 1951
(Osterfeine)

 

Quellennachweis:

  1. Urlaubs- und Reisenotizen
  2. Einsendungen von Besuchern dieser Website
  3. Private Aufzeichnungen von Helmut Achilles (Ostfalen/Niedersachsen) und Dr. Lutz Schultheiß (Thüringen)
  4. »Schwäbische Spruchkunst«, Inschriften an Haus und Gerät, Gesammelt und bearbeitet von Wilhelm Mönch, 1937. Verlag Silberburg Stuttgart.
  5. »Zur goldenen Sonne«, Haus- und Zunftschilder mit Hausinschriften und Sprüchen. 1955. Langewiesche-Bücherei Königstein.

 

Linktipp: Haussegen in Bobenhausen II im Vogelsberg.

Besuchen Sie auch neidkopf.de.

 

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V.i.S.d.P.: Brigitte Abt-Harrer, Burgmühlenweg 22, Frommenhausen, 72108 Rottenburg am Neckar, Telefon 07478 261323, E-Mail