Arno Faust

Deutscher Sänger, Zeichner und „Kölsches Original“

(* 12.12.1918 Großkönigsdorf; † 5.2.1984 Köln)

 

Arno Faust von Dieter Höss
Aus: „Ganz unter uns“, J.P. Bachem Verlag
„In seinem Leben gab es mehr als eine gesprungene Saite...
... Zeichnete wie einer, der sein Talent zuletzt nur noch am Tresen verschenkt.
Als sie ihn auf Melaten begruben, tat sich der Himmel auf, die Wunderkerzen wollten nicht brennen, die Trauernden wurden klatschnass.
Da hatte der Arno nochmal seinen Spaß“.

 

 

 

Interview von Jürgen Raap mit Arno Faust anlässlich der Aufführung des Graef'schen Kabarettprogramms Feigenblatt:

„ARNO FAUST griff zu Zeichenstift und Pinsel und bemalte das Feigenblatt: von ihm stammt die grafische Gestaltung von Graef'schem Logo, Plakat und Bänkel-Tafel

„ARNO FAUST griff zu Zeichenstift und Pinsel und bemalte das Feigenblatt: von ihm stammt die grafische Gestaltung von Graef'schem Logo, Plakat und "Bänkel-Tafel".

Arno Faust, Foto Theo O. Krath

     Hallo, Arno, können wir uns mal unterhalten?
Ja, jut, aber dann hier draußen, denn da drinnen in der Kneipe, da sind jetzt die Anti-Beethoven-Terroristen am Werk, die machen da Rock-Musik, und dat jeht mir auf et Trommelfell, da bleib ich lieber hier draußen in der frischen Luft stehen...
     Also, Arno, Du bist eigentlich Karikaturist?
Wat heißt hier Karikaturist? Ja, ich mach zwar viel Karikaturen, aber ich würd mich eher Zeichner nennen, denn ich zeichne ja alles, was ich sehe und was ich denke, und dat, wat ich denke, zeichne ich am intensivsten, alles, wat mir im Kopf rumschwirrt...
     Was siehst Du denn gerne?
Reifes Obst und junge Mädchen. Ja nun, ich mach eben auch viel Ölgemälde und surrealistische Zeichnungen, und dat ist für mich Poesie, denn da steckt bei mir immer 'ne positive Aussage drin, kein Sarkasmus, so wat liegt mir nicht.
     Du bist auch als Freund Dalis bekannt.
Oh ja, Dali hat mich sehr angeregt. Er ist eine ungeheuer interessante Persönlichkeit. Ich hab vor zwanzig Jahren als einer der ersten Dali interviewt und ihn übersetzt. Ich hab seine Gedanken studiert und versuche ihn weiterzudenken...
     Du machst also auch mehr traumhafte Darstellungen?
Jaja, wenn ich zum Beispiel keinen Urlaub machen kann, als Künstler ist man ja immer mal abjebrannt, dann zeichne ich auf einen großen Karton die Küste von Irland und dann lege ich mich hier in Köln am Aachener Weiher auf den Karton und geniesse den Traum.
     Du lässt Deine persönliche Philosophie in die Zeichnungen einfließen?
Sicher dat, ich zeichne mich selbst gern als kölsch Patörche, ich beobachte micht selbst. Früher hab ich allerdings wie alle große Humoristen und Dramatiker jesoffen, um hinter den sinn des Lebens zu kommen, aber heute trinke ich nicht mehr und träume NUR noch.
     Und Deine Beziehungen zum Kabarett?
Also, mein Hobby ist Gitarrespielen, und zwar Chansons, und von daher kenn ich mich da ziemlich jut aus. Dat Programm von der Maria ist sehr interessant, jeht halt alles drunter und trüber. Bei dem Plakatentwurf hab ich dann versucht, dazwischen einen Mittelpunkt zu finden, ich hab dann so einen dezenten klassischen Torso gezeichnet mit einem Blatt von einem Baum, kein Feigenblatt, und in dem Blatt ist ein Gesicht und das hat als Schnurrbart Noten. Ja, so hab ich dat Thema auf dat Plakat jebracht.

 

Illustration der Moritat Das rote Halsband, Foto Theo O. Krath

 

Zeichnung von Arno Faust, Der Etappenhase, 1971

 

 

 

Berichte zu Arno Faust