Samstag, 21. April 2012: Nach einem Vortrag über die Fassungen der Brandenburgischen Konzerte von Eberhard Klotz am Moskauer Konservatorium mit anschliessender Demonstration der CD-Aufnahme dieser Fassungen (Thilo Muster, Orgel; Frans Berglund, Barocktrompete; Daniel Hauptmann, Barockvioline; Gawain Glenton, Cornetto) sagte Dmitri Dianowa, Komponist, Organist und Professor für Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition am Moskauer Konservatorium vor Studenten: »Hier hörten sie sehr gut gespielte Beispiele barocker Trio-Sätze; gegenüber originalen Kompositionen des 18. Jahrhunderts erkenne ich keine Unterschiede.«
Amazon 17. Februar 2012
»Unikum in der reichen Landschaft von Tondokumenten für Orgel mit (historischen) Soloinstrumenten«
Von Joachim Scherrer.
SMZ Schweizer Musikzeitung 1/2012
»Anspruchsvolle Sätze in Fülle
Mit seinem Stil- und Spielbuch legt der Stuttgarter Organist Eberhard Klotz eine Sammlung vor, die sich als Ergänzung zu bereits existierenden Begleitbüchern und Intonations-Bänden versteht. Zu einem Großteil der Kirchenlieder aus dem Stammteil und einigen wenigen aus dem Regionalteil Württemberg des Evangelischen Gesangbuchs finden sich in den beiden prächtig gestalteten Bänden einerseits je eine Intonation oder ein Vorspiel, deren Länge von einigen Sekunden bis zu mehreren Minuten variieren kann. Diese sind größtenteils von Klotz selbst komponiert, der in den historisch inspirierten Satzformen seine Stilsicherheit eindrücklich unter Beweis stellt (z.B. in einigen vortrefflichen Choralvorspielen im «Orgelbüchlein'-Satz» oder in galantem süddeutsch inspiriertem Stil), aber auch seine Vertrautheit mit zeitgenössischeren Ausdrucksformen belegt. Auf der andern Seite findet sich für jedes Kirchenlied auch mindestens ein Begleitsatz; bei den gebräuchlicheren Liedern legt Klotz sogar eine ganze Reihe von Sätzen vor, in direkter Übernahme historischer, oft wenig bekannter «Original-Sätze» (Scheidt, Hassler, Praetorius, Goudimel, Bach usw.), gelegentlich behutsam an die Melodiefassungen des Gesangbuchs angepasst, oder dann selbst komponiert. Dabei findet sich der Cantus firmus zum Teil auch im Tenor oder im Bass bzw. im Pedal.
Da die Übereinstimmung zwischen dem Evangelischen Gesangbuch in Deutschland und den Schweizer Gesangbüchern groß ist, bietet sich eine Verwendung des Stil- und Spielbuchs auch hierzulande an: In Gemeinden, wo die Tradition des mehrstimmigen Gemeindegesangs nicht mehr existiert (wohl die Mehrzahl) und der Organist nicht unbedingt improvisierend zwischen verschiedenen Harmonisierungsmöglichkeiten wechseln kann, dürfte die hier angebotene Fülle von anspruchsvollen Sätzen eine willkommene Abwechslung bieten und gleichzeitig, im Sinn des Herausgebers, zu einer Sensibilisierung der Kirchgänger für den Gemeindegesang beitragen. Es versteht sich von selbst. dass ein sorgfältiger Vergleich des Cantus firmus unumgänglich ist, um sich allfälliger Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz bewußt zu werden. Einige der Sätze und Vorspiele sind nur mit einem gewissen Übe-Aufwand zu realisieren; humoristische Zeichnungen aus der Feder des Schweizer Orgelvirtuosen Guy Bovet (Klotz' Lehrer an der Musikhochschule in Basel), welche die beiden Bände illustrieren, mögen hier aber für die nötige Auflockerung sorgen!
Eberhard Klotz, Stil- und Spielbuch für Orgel: Intonationen, Vorspiele und Begleitsätze zu ausgewählten Liedern des Evangelischen Gesangbuchs, 2 Bände, zus. ca. 680 S., € 60.00, Musikverlag Spaeth/Schmid, Stuttgart 2010«
Prof. Tobias Willi
»Die neue Reihe »Collection Eberhard Klotz« aus dem Hause Spaeth/Schmid ist ein echter Lichtblick in der Publikationslandschaft für Bläser und Orgel: Der Herausgeber, Eberhard Klotz, versteht es, einen wirklich orgelgemäßen Satz zu schreiben, so dass man nicht den Eindruck von mehr oder weniger geglückten »Bearbeitungen« hat, sondern von vollwertigen Orgelversionen, wie sie der Komponist selbst nicht hätte besser machen können.
Bei den Brandenburgischen Konzerten z.B. ist man ganz einfach verblüfft, wie es Klotz gelingt, das ganze Orchestergeschehen in einem durchsichtigen, klangschönen Satz zusammenzufassen, der an Bachs eigenen Claviersatz in seinen Kompositionen für Soloinstrument mit obligatem Tasteninstrument denken lässt.
Sehr erfreulich ist auch, dass der Verlag keinen Aufwand scheute, diese Ausgaben wirklich praxisorientiert zu gestalten: So liegt beim 2. Brandenburgischen Konzert eine zweite, tiefertransponierte Fassung bei, sowie für beide Versionen Stimmen für Tromba in F, B sowie Corno da Caccia in B. Außerdem liegt eine zusätzliche, nur den Orgelpart beinhaltende Orgelstimme bei, die optimale Wendestellen bietet. Der Notensatz ist äußerst sorgfältig, klar und fehlerfrei; das Ganze wird zu einem konkurrenzlosen Preis angeboten. Fazit: Sehr empfehlenswert!«
Thilo Muster
Titularorganist an der Kathedrale Genf
»Bei der von Eberhard Klotz vorgelegten Fassung des Brandenburgischen Konzerts Nr. 2 in F-Dur handelt es sich um eine willkommene Repertoireerweiterung für die nach wie vor beliebte Kombination von Trompete und Orgel.
Der Orchestersatz wird in der Regel auf einen 3-stimmigen Satz reduziert und erinnert in seiner Art an die Bachschen Sonaten für obligates Cembalo.
Der Mut zum Verzicht auf Vollständigkeit der Stimmen wird belohnt mit einem durchsichtigen und sehr gut spielbaren Orgelpart. Das ganze Konzert behält dadurch die vom Komponisten beabsichtigte Plastizität und eignet sich hervorragend für die Verwendung sowohl zum Konzert als auch für feierliche Anässe.
Keine Frage: Ein Gewinn für das gefragte Duo!«
Prof. Gerhard Gnann
Leiter der Abteilung Kirchenmusik an der Staatlichen Musikhochschule in Mainz
»Eine sehr gute, gelungene Transkription, die im Stil der Bachzeit nachempfunden ist.
Eberhard Klotz überträgt nicht einfach die Töne der Orchesterinstrumente in die Systeme der Orgel, wie dies leider häufig bei Transkriptionen der Fall ist, sondern er geht von der neuen Besetzung selbst aus und schafft aus diesem Klangempfinden ein in sich geschlossenes Werk.
Diese Transkription kann ich zum Spielen empfehlen!«
Marc Fitze
Konzertorganist und Kirchenmusiker an der Johannes Kirche in Bern
»Der Arrangeur der Ausgabe des 1. Brandenburgischen Konzerts hat die gestellte Aufgabe sehr gekonnt und schön gelöst.
Aus dem vorgegebenen musikalischen Material wurde ein Triosatz im barocken Stil komponiert, in dem für den Bläser eine neue, eigene konzertante Stimme entstanden ist. Eine willkommene Bereicherung für das Repertoire Bläser und Orgel. Darüberhinaus ist die Ausgabe gut gedruckt und sehr gut zu lesen.«
Guy Bovet
Konzertorganist
»Von der schönen und gelungenen »Collection Eberhard Klotz« aus dem Musikverlag Spaeth/Schmid ist besonders die Fassung des 2. Brandenburgischen Konzertes für Trompete und Orgel hervorzuheben, von welchem der 3. Satz auch in einer Fassung für 2 Trompeten/Corni da Caccia und Orgel erhältlich ist. Diese Fassung, die in F-Dur und D-Dur vorliegt, und welche im Stil der Sonaten Bachs für ein Soloinstrument und obligates Tasteninstrument geschrieben ist, kann ich aus meiner langjährigen Erfahrung als Kirchenmusiker und Konzertorganist nur empfehlen.«
Andreas Wildi
Konzertorganist und Kirchenmusiker an der Stadtkirche Fluntern in Zürich
LA TRIBUNE DE L'ORGUE 62/1
Editions Spaeth/Schmid, Nagold
Transcriptions de Eberhard Klotz (Mahler, Bruckner)
De grandes œuvres d'orchestre! Tout d'abord l'Adagietto de la 5e symphonie de Mahler pour violon et orgue: un enrichissement magnifique au répertoire pour orgue et violon, qui n'est pas si grand, et c'est de la musique romantique. La partie d'orgue est riche en indications de l'orchestration originale, ce qui permet de faire des registrations en conséquence: il faut quand même un grand orgue assez fourni en fonds: le bourdon du Positif ne suffira pas...
Puis toute la 9e symphonie de Bruckner, pour orgue solo. L'arrangeur précise qu'il a pris des libertés assez grandes et que l'æuvre est une vraie symphonie pour orgue plus qu'un essai de réduction de l'orchestre. Bernhard Haas, dans une lettre, s'émerveille: »s'éloigner de la lettre pour se rapprocher de l'esprit«: c'est une bonne façon de décrire le travail. Pas simple à jouer, et il faut un grand orgue. Ici aussi, il y a plutôt des rappels (lorsque c'est important, bien entendu) des couleurs orchestrales, au lieu de registrations d'orgue: I'interprète aura un travail passionnant, mais très exigeant, à faire.
D'autres symphonies sont annoncées.
Guy Bovet
Konzertorganist
LA TRIBUNE DE L'ORGUE 63/1
Un livre de preludes de chorals...
et une nouvelle carrière pour Mme Berthe Pérusset
Le très original M. Eberhard Klotz publie un livre de préludes de chorals pour environ 400 des chants les plus chantés dans les paroisses allemandes. La plus grande partie de ces chants est aussi connue et pratiquée chez nous, et il y a dans la collection quelques psaumes de Genève. Chacun de ces 400 numéros comporte plusieurs versions, préludes de chorals ou accompagnements différents (une bonne diversion), la plupart composes par M. Klotz lui-même; la particularité étant qu'ils sont composés dans divers styles:
quelques très bons pastiches de Bach, d'autres dans le style ancien italien ou espagnol, d'autres plus proches de nous dans le temps: I'organiste paroissial y trouvera ainsi une grande variété de pièces à se mettre sous les doigts. En outre, on trouvera des versions inédites ou peu connues de Walther, Vulpius, Goudimel, Scheidt, Reger, etc.
Autre particularité: le livre est illustré de dessins humoristiques autour d'une certaine Mme Bertha Bärlauch, dans laquelle les lecteurs de la TDLO reconnaîtront aisément Mme Berthe Pérusset, laquelle, avec son habituel franc parier, donne son opinion sur les différentes versions á disposition.
Une heureuse alternative pour varier I'accompagnement des cantiques et les préludes. (2 volumes, 60 euros).
Guy Bovet
Konzertorganist
»Württembergische Blätter für Kirchenmusik, 4/2011
Stil- und Spielbuch für Orgel. Intonationen, Vorspiele und Begleitsätze zu rund 400 ausgewählten Liedern des Evangelischen Gesangbuches, Stammteil und Regionalteil Württemberg,
hrsg. von Eberhard Klotz - Nagold: Spaeth/Schmid, 2010-2 Bände Leinen, zus. 671 S.
- €60,00-Spaeth 50916
(gk) Als ein weitsichtiger Lehrer erweist sich der Herausgeber dieser beiden je über 300-seitigen Bände, entstanden in über 10jähriger Praxis, sowohl in der Ausübung als Organist als auch als Musiklehrer und Leiter einer Musikschule. Man spürt den vielfältigen Anregungshintergrund, der sich in den Bänden widerspiegelt: Verwendungs- und Formenvielfalt samt Praxisnähe.
Diesem allem liegt ein künstlerisches Anliegen zugrunde, das weitergegeben werden will. Wer sich mit diesem Werk beschäftigt, erkennt, dass Singen, Musizieren und Feiern immer auch einer tieferen Kundigkeit bewusst bleiben muss. Wo anders als in Lied und Choral finden geistreiche Verschmelzung von Handwerk und Kunst besser zusammen, und wie anders soll Singen, Musizieren und Feiern mental in uns Wurzel treiben? Eine Ausgabe also, die auf jede Orgelbank gehört, eine notwendige Ergänzung zur derzeitigen Choralbuch-Box.
Nämlich wir haben es hier mit einer glücklichen Mischung aus Choralbuch, Orgelbuch, Satzkunst-Buch zu tun, die sich der Notwendigkeit dieses vernachlässigten Wissensbereiches öffnet. Den Nummern des Evangelischen Gesangbuchs wird entsprochen, aber bei jedem einzelnen Choral wird mehr oder weniger intensiv verweilt, sei es durch Choralvorspiel, Intonation und mehreren beispielhaften Begleitsätzen, selten finden wir nur einen einzigen Satz pro Lied vor. Anknüpfend an die ursprüngliche Begleitpraxis der mitsingenden Gemeinde anhand Johann Walterscher polyphoner Choräle präsentiert diese Veröffentlichung mannigfache Sätze von Osiander, Hassler, Jeep, Demantius, Praetorius, Goudimel, Schein, Scheidt, Crüger, Bach, Reger und vieler anderer Meister, macht nicht nur wichtige Namen unserer Musikgeschichte bekannt, sondern weckt das Gespür für Weise, gesungenen Satz und historischen Kontext. Wir begegnen etwa bei Chorälen wie »Nun komm, der Heiden Heiland«, »Herr Christ, der einig Gott's Sohn«, »0 Mensch, bewein dein Sünde groß« und vielen anderen, bis zu acht altmeisterlichen Sätzen, die gleichermaßen A-cappella-Sätze als auch Orgelsätze sind und beredt Einblick geben in einen ganzen Kosmos von Harmoniegestaltung, Stimmführung und Textbezug - Kunst also, und nicht auf den Zweck der Gemeindebegleitung zurecht gestutzten Gegenstand. Gelegentlich finden wir auch einen Satz, versetzt in mehrere Tonarten, auch das ist eine Eigenheit dieser Ausgabe, aus der Praxis entsprungen.
So verschieden in Stil und Anlage, ja sogar gelegentlich in kontrapunktischen Liedkombinationen, die Darstellung einer jeden Weise auch ist: In all die stilistische Vielfalt klinkt sich der Herausgeber mit eigenen Vorspielen, Intonationen und Sätzen stilkundig ein, sei es in der Manier eines Johann Pachelbel, Johann Gottfried Walther, Johann Sebastian Bach ... Seine orgelinspirierte Satz- und Spielgeläufigkeit ist darüber hinaus auch da gegenwärtig, wo er sich in neuzeitlicheren Beiträgen eigenständig profiliert: oft hintergründig, gelegentlich augenzwinkernd - in allem nicht als Epigone, sondern als Souverän im Umgang mit Choral und Stil. Das erklärt auch, dass er sich verkniffen hat, manche allzu fragwürdigen neuen Lieder in seine Sammlung aufzunehmen. Ganz ins Bild passen die witzigen und beziehungsreichen Karikaturen und Sprüche seines Lehrers Guy Bovet, die die Gesamterscheinung der fülligen Bände anmutig auflockern.
Leicht spielbar ist das meiste, aber es gibt keinen Haltvor höheren Schwierigkeitsgraden, Notationen mit Alt-Schlüsseln, Sätzen mit Tenor-Cantus-firmi auch im Pedal bis hin zu 6-stimmigen polyphonen Begleitsätzen. Nicht zu vergessen: Fünf verschiedenfarbige Lesebänder zur Seitenvormerkung erleichtern den liturgischen Gebrauch.«
KMD und Komponist Gerhard Kaufmann, Tübingen
»Musik und Kirche, Mai 2011
Tiefe Fundgrube
Stil- und Spielbuch für Orgel. Intonationen, Vorspiele und Begleitsätze zu ausgewählten Liedern des Evangelischen Gesangbuchs, Stammteil und Regionalteil Württemberg. Hrsg. von Eberhard Klotz.
Nagold 2070: Musikverlag Spaeth/Schmid.
2 Bände. €60,-.
Bei dieser Publikation handelt es sich um eine Art erweitertes Choralbuch, das neben vielen Begleitsätzen kürzere und längere Intonationen und Choralvorspiele enthält.
Dabei ist vorwiegend der Stammteil des Evangelischen Gesangbuchs berücksichtigt; hinzu kommen einige der nur in Württemberg gebräuchlichen Lieder. Da zwar sehr viele, aber nicht alle Melodien bearbeitet wurden, sind die Bände nur als Ergänzung, nicht jedoch als Ersatz der gängigen Choralbücher brauchbar.
Zunächst beeindrucken der Umfang und die Fülle der beiden Bände, die von einem einzelnen Autor zum Druck befördert wurden, ferner die noble Ausstattung mit dem einer Denkmälerausgabe würdigen Druckbild in stattlichem Hochformat.
Die vom Herausgeber selbst komponierten Choralvorspiele gliedern sich in Intonationen, kürzere und längere Vorspiele.
Die Intonationen dürfen wohl als Improvisationsmodelle aufgefasst werden oder in sehr einfachen Verhältnissen Anwendung finden. Völlig anders präsentieren sich die längeren, ausgearbeiteten Kompositionen; hier zeigt sich Eberhard Klotz besonders in den an historischen Vorbildern orientierten Werken als gewandter Tonsetzer. Es gibt da einiges zu entdecken: etwa eine Fuge über »Im Frieden Dein« mit kantabel fließender Kontrapunktik, oder ein an den norddeutschen Barock erinnerndes Vorspiel zu »Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn« mit innig empfundener Kolorierung der Melodie; auch eine an das späte 19. Jahrhundert gemahnende Fuge über »Du, Gott, stützt mich« nötigt allen Respekt ab.
Insgesamt gesehen sind die längeren Stücke die musikalisch gehaltvolleren; hier ist gelegentlich der Bezug zum Choral nur vage heraushörbar und der Rezensent würde solche Kompositionen eher als Vor- und Nachspiele zum Gottesdienst oder subcommunione verwenden.
Die Begleitsätze erweisen sich als handwerklich ordentlich gearbeitet und meist leicht spielbar; mitunter erscheint der Cantus firmus auch im Tenor, seltener wird der Weg komplexer polyphoner Ausarbeitung beschritten. Ab und an ins Auge fallende Härten in der Stimmführung begründet der Verfasser damit, dass es hierfür historische Vorbilder gebe.
Einen großen Verdienst hat Klotz sich jedoch dadurch erworben, dass er zu den alten Chorälen eine faszinierende Fülle an historischen »Originalsätzen« bietet, die man so bislang noch in keiner Publikation finden konnte und die recht geschickt und ohne Brüche an die heutigen Melodiefassungen und Tonarten angepasst wurden.
Die wichtigsten Kantionalien des 16. und 17. Jahrhunderts sind alle vertreten; zudem finden sich auch Sätze mit polyphoner Struktur. Allein die sechs historischen Bearbeitungen von »Preis, Lob und Dank sei Gott, dem Herren« sind eine echte Bereicherung des Repertoires, und man sollte dieses Lied fortan nie wieder mit inspirationsloser 08/15-Harmonisierung zu Gehör bekommen. Weitere Verwendungsmöglichkeiten als Grundlage für eigene Kolorierungen, als Analyse-Beispiele für den C-Kurs-Unterricht etc. bieten sich an.
Kurzum: Der Käufer bekommt einiges für sein Geld und quasi als Zugabe noch etliche humorige Karikaturen des Schweizer Orgelkünstlers Guy Bovet.
Damian von Maltzahn